Eierkartons als Kaminanzünder: So machen Sie selbst welche aus Wachsresten
Wenn die Tage kürzer werden und der Kamin oder Kachelofen wieder zum Mittelpunkt des Hauses wird, kauft man schnell Packungen mit Anzündern. Dabei liegt das Material für selbstgemachte Anzünder oft schon im Haus: leere Eierkartons, Kerzenstummel und ein paar Holzreste.
In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, wie Sie aus Eierkartons und Wachsresten kleine, handliche Kaminanzünder machen. Sie sparen Geld, vermeiden Müll und haben immer einen Vorrat für kalte Abende.
Was Sie brauchen
- Leere Eierkartons aus Pappe (für 6 oder 12 Eier), nicht aus Plastik oder Styropor
- Kerzenstummel und Wachsreste von einfachen, unbehandelten Kerzen (am besten weiß oder naturfarben)
- Trockene Sägespäne, Holzwolle oder Holzspäne (kein lackiertes oder imprägniertes Holz)
- Einen alten Topf oder ein Metallgefäß, das nur für Wachs gedacht ist
- Einen größeren Topf mit Wasser für das Wasserbad
- Einen Löffel oder eine Schöpfkelle aus Metall
- Backpapier oder Zeitung als Unterlage
- Eine Schere oder ein Messer zum Zerteilen
Vorbereitung: Material sammeln und sortieren
Sammeln Sie das ganze Jahr über Kerzenreste. Entfernen Sie Dochte und Metallplättchen, soweit es geht. Sortieren Sie Wachs aus, das stark parfümiert oder bunt gefärbt ist, denn es kann beim Verbrennen unangenehm riechen.
Auch die Eierkartons sollten sauber und trocken sein. Reißen Sie bedruckte Deckel ab und verwenden Sie nur die Mulden. Kartons, die feucht geworden sind, lassen Sie vorher gut an der Heizung trocknen.
Die Methode, Schritt für Schritt
-
Unterlage vorbereiten. Legen Sie Backpapier oder Zeitung auf den Tisch und stellen Sie die Eierkartons darauf. So bleibt die Arbeitsfläche sauber, wenn etwas überläuft.
-
Mulden füllen. Geben Sie in jede Mulde eine kleine Handvoll Sägespäne oder Holzwolle. Drücken Sie sie leicht an, aber nicht zu fest, damit das Wachs später gut einziehen kann.
-
Wachs im Wasserbad schmelzen. Stellen Sie das Metallgefäß mit den Wachsresten in den Topf mit heißem Wasser. Erhitzen Sie langsam und rühren Sie gelegentlich um. Lassen Sie das Wachs nie direkt auf der Herdplatte und nie unbeaufsichtigt, denn heißes Wachs kann Feuer fangen.
-
Wachs vorsichtig eingießen. Gießen Sie das flüssige Wachs mit der Kelle in die Mulden, sodass die Späne gut durchtränkt sind, aber nicht schwimmen. Etwa ein bis zwei Esslöffel pro Mulde genügen.
-
Abkühlen lassen. Stellen Sie den Karton an einen sicheren Ort, wo ihn weder Kinder noch Haustiere erreichen. Nach ein bis zwei Stunden ist das Wachs fest.
-
Zerteilen. Schneiden Sie den Karton zwischen den Mulden mit der Schere oder dem Messer auseinander. Jede Mulde ist jetzt ein kleiner Anzünder.
-
Lagern. Bewahren Sie die Anzünder in einer Blechdose, einem Karton oder einem Korb neben dem Kamin auf, trocken und gut sichtbar beschriftet, damit niemand sie mit Essbarem verwechselt.
So benutzen Sie die Anzünder richtig
Legen Sie einen Anzünder in den Brennraum, setzen Sie dünne, trockene Holzscheite oder Anmachholz darauf und zünden Sie die Ecke des Kartons mit einem langen Streichholz an. Das Wachs brennt gleichmäßig und gibt dem Holz genug Zeit, Feuer zu fangen.
Nutzen Sie die Anzünder nur in Kamin, Kachelofen oder Grill, die dafür vorgesehen sind. Lassen Sie das Feuer nie unbeaufsichtigt und halten Sie einen Sicherheitsabstand zu Vorhängen und Möbeln. Beachten Sie auch die Hinweise Ihres Schornsteinfegers.
Warum das funktioniert
Pappe brennt von allein gut, aber sehr schnell. Das Wachs verlängert die Brenndauer und liefert die Hitze, die das Holz braucht. Die Sägespäne wirken wie ein Docht und halten das Wachs an Ort und Stelle.
Die Mulden im Eierkarton geben jedem Anzünder eine praktische Portion. Sie müssen nichts abwiegen: Ein Stück entspricht genau einer Feuerstelle.
Die Fehler, die Sie vermeiden sollten
- Wachs nie direkt erhitzen. Immer im Wasserbad arbeiten, nie bei großer Hitze, nie allein lassen.
- Kein Wasser ins heiße Wachs. Sonst spritzt es. Halten Sie Gefäß und Löffel trocken.
- Keine Kunststoffe. Plastikkartons, Beschichtungen und Styropor haben im Kamin nichts verloren.
- Kein lackiertes oder behandeltes Holz. Es setzt beim Verbrennen schädliche Stoffe frei.
- Keine Flüssigkeiten zum Anzünden. Nehmen Sie niemals Spiritus oder Benzin, auch nicht zusätzlich.
- Nicht zu viele Anzünder auf einmal. Einer pro Feuer reicht.
Zusätzliche Tipps und Varianten
- Mit Zapfen: Kleine, trockene Tannenzapfen in Wachs getaucht sind ein hübscher Anzünder und ein schönes Mitbringsel.
- Mit Trockenfrüchten: Orangenschalen, gut getrocknet, geben einen angenehmen Duft ab, ohne dass Sie Parfüm brauchen.
- Mit Toilettenpapierrollen: Füllen Sie die Rollen mit Holzwolle und Wachs, dann haben Sie größere Anzünder für den Ofen.
- Zum Verschenken: Packen Sie sechs bis zwölf Anzünder in ein Einmachglas oder eine Kartonbox und binden Sie ein Band darum.
- Für den Garten: Auch für Grill und Feuerschale eignen sich die kleinen Anzünder gut.
Wie lange halten die Anzünder?
Trocken gelagert halten sich die Anzünder viele Monate, ohne dass sich etwas verändert. Feuchtigkeit ist der einzige Feind: Bewahren Sie sie darum nicht im Keller oder in einem feuchten Schuppen auf, sondern in einer verschlossenen Dose im Wohnraum.
Ein Wort zur Menge und zum Platzbedarf
Für einen kompletten Wintervorrat genügen etwa vier bis sechs Eierkartons mit zwölf Mulden. Das ergibt zwischen 50 und 70 Anzünder, je nachdem, wie großzügig Sie füllen. Wer nur einen Kaminofen am Wochenende anheizt, kommt damit locker durch den ganzen Winter.
Planen Sie für die Arbeit einen freien Nachmittag ein und räumen Sie vorher die Küche auf. Der Wachstopf sollte nur für diesen Zweck dienen, denn Wachsreste lassen sich später kaum mehr entfernen. Ein alter Topf vom Flohmarkt oder eine ausgediente Konservendose ist dafür ideal.
Falls Sie keine Sägespäne zur Hand haben, fragen Sie in einer Schreinerei oder im Baumarkt nach unbehandelten Holzspänen. Auch Kleintierstreu aus reinem Holz ohne Zusätze funktioniert. Wichtig ist nur, dass das Material trocken und unbehandelt ist.
Noch ein Tipp zum Schluss: Beschriften Sie die Dose mit dem Datum und dem Inhalt, zum Beispiel „Kaminanzünder, nur für den Ofen“. So weiß jeder im Haushalt sofort, wozu die Stücke gehören, und niemand nimmt sie versehentlich für etwas anderes. Prüfen Sie vor dem ersten Einsatz außerdem, ob der Kamin gereinigt und die Luftzufuhr offen ist.
Häufige Fragen
Welche Kerzenreste eignen sich?
Am besten einfache Kerzen aus Paraffin, Stearin oder Bienenwachs ohne starken Duft und ohne Glitzer. Teelichthülsen aus Aluminium entfernen Sie vorher. Duftkerzen mit vielen Zusatzstoffen sollten Sie lieber aussortieren.
Kann ich auch Eierkartons aus Plastik nehmen?
Nein. Plastik und Styropor schmelzen und können beim Verbrennen schädliche Dämpfe freisetzen. Verwenden Sie ausschließlich Kartons aus Pappe, die mit Papierfasern gepresst sind.
Darf ich Wachs in der Mikrowelle schmelzen?
Davon rate ich ab. Wachs kann sich in der Mikrowelle ungleichmäßig erhitzen und sich sogar entzünden. Das Wasserbad ist langsamer, aber deutlich sicherer und lässt sich besser kontrollieren.
Wie viele Anzünder brauche ich pro Feuer?
Meist reicht ein Anzünder mit dünnem Anmachholz. Bei feuchterem Holz kann es mit zwei Stück klappen, aber legen Sie dann das Holz locker, damit Luft ans Feuer kommt.
Sind die Anzünder für den Kachelofen erlaubt?
Wachsanzünder sind in den meisten Öfen gebräuchlich. Prüfen Sie dennoch die Bedienungsanleitung Ihres Ofens und fragen Sie im Zweifel Ihren Schornsteinfeger, welche Anzünder für Ihre Anlage zugelassen sind.
Wie bewahre ich sie sicher auf?
In einer verschlossenen Blechdose, außerhalb der Reichweite von Kindern und weit weg von Wärmequellen. So bleiben sie trocken und niemand verwechselt sie mit etwas anderem.
Fazit
Aus Eierkartons, Wachsresten und etwas Holzwolle entstehen in einer Stunde Anzünder für den ganzen Winter. Sie sparen Geld und geben Resten ein zweites Leben.
Arbeiten Sie dabei immer ruhig und mit Vorsicht, besonders beim Wachs. Dann steht gemütlichen Abenden am Feuer nichts im Weg.
