Heizkörper wird nicht richtig warm? Lange weiche Bürste und Staubsauger helfen
Im Herbst drehen Sie den Thermostat auf, und der Heizkörper im Wohnzimmer fühlt sich trotzdem nur lauwarm an. Bevor Sie an einen Defekt denken, lohnt ein Blick zwischen die Rippen. Dort sammelt sich über den Sommer erstaunlich viel Staub, und genau der steht der Wärme im Weg.
Mit einer langen, weichen Bürste und dem Staubsauger bekommen Sie den Heizkörper in etwa zehn Minuten wieder frei. Das kostet fast nichts und geht ohne Chemie. Hier zeige ich Ihnen Schritt für Schritt, wie es gelingt und was Sie dabei beachten sollten.
Was Sie brauchen
- Eine lange, weiche Heizkörperbürste mit Stiel (aus dem Baumarkt oder Drogeriemarkt, notfalls eine Flaschenbürste mit weichen Borsten)
- Einen Staubsauger mit schmaler Fugendüse oder Möbelpinsel
- Ein altes Handtuch oder eine Zeitung für den Boden
- Ein leicht feuchtes Mikrofasertuch
- Optional: eine Taschenlampe, um in die Zwischenräume zu leuchten
Warum Staub den Heizkörper ausbremst
Ein Heizkörper gibt seine Wärme vor allem über die Luft ab, die an den Rippen entlangstreicht. Warme Luft steigt nach oben und zieht kühle Luft von unten nach. Sitzt zwischen den Rippen ein dicker Staubfilz, wird dieser Luftstrom gebremst.
Das Wasser im Heizkörper ist dann zwar heiß, die Wärme kommt aber schlechter im Raum an. Sie merken das nicht unbedingt an einer kalten Oberfläche, sondern daran, dass das Zimmer länger braucht, um warm zu werden. Ein sauberer Heizkörper arbeitet gleichmäßiger.
Die Methode Schritt für Schritt
- Heizung ausstellen und abkühlen lassen. Drehen Sie das Thermostat auf null und warten Sie etwa eine halbe Stunde. So wirbeln Sie keinen Staub in warmer, aufsteigender Luft auf und verbrennen sich nicht die Finger.
- Boden schützen. Legen Sie ein altes Handtuch oder Zeitungspapier unter den Heizkörper. Beim Bürsten fällt immer etwas herunter, und so müssen Sie später nicht lange suchen.
- Von oben beginnen. Führen Sie die lange Bürste von oben zwischen die Rippen und ziehen Sie sie langsam nach unten. Drücken Sie nicht zu fest, die weichen Borsten sollen den Staub lösen, nicht verkeilen.
- Gleichzeitig absaugen. Halten Sie die Fugendüse des Staubsaugers unten an die Rippen, während Sie bürsten. Der gelöste Staub verschwindet sofort im Sauger und verteilt sich nicht im Zimmer.
- Rippe für Rippe wiederholen. Gehen Sie den ganzen Heizkörper entlang. Bei Röhrenheizkörpern bürsten Sie zwischen den einzelnen Röhren, bei Plattenheizkörpern auch hinter der Verkleidung von oben.
- Außen abwischen. Zum Schluss wischen Sie die Flächen mit einem leicht feuchten Mikrofasertuch ab und trocknen sie nach. Erst danach schalten Sie die Heizung wieder ein.
Planen Sie pro Heizkörper etwa fünf bis zehn Minuten ein. Wenn lange nichts gemacht wurde, kann es etwas länger dauern, weil sich der Staub dann zu festen Matten verdichtet hat.
Pflege nach Heizkörper-Typ
Röhren- und Gliederheizkörper
Hier gibt es weite Zwischenräume. Die lange Bürste kommt gut hindurch. Fahren Sie die Röhren einzeln ab und saugen Sie unten nach. Wer eine Bürste mit gebogenem Kopf hat, erreicht auch die Rückseite.
Plattenheizkörper
Die Platten sind eng, die Wärme-Lamellen dahinter noch enger. Nehmen Sie, wenn möglich, die obere Abdeckung ab (meist nur aufgesteckt) und saugen Sie von oben in die Lamellen. Gehen Sie behutsam vor, denn die dünnen Bleche verbiegen leicht.
Warum die Methode funktioniert
Staub haftet an der leicht rauen Oberfläche und verklebt mit der Zeit zu einem Film. Eine weiche Bürste löst ihn, ohne den Lack zu zerkratzen. Der Staubsauger nimmt ihn auf, statt ihn nur zu verteilen.
Ein feuchtes Tuch allein reicht oft nicht, weil es nicht in die engen Spalten kommt. Außerdem verschmiert es lockeren Staub zu grauem Schlamm. Trocken zuerst, feucht zum Schluss: so bleibt die Oberfläche sauber.
Die häufigsten Fehler
- Bei heißem Heizkörper arbeiten: Die Luft steigt auf und wirbelt Staub durch den Raum, außerdem besteht Verbrennungsgefahr.
- Harte Drahtbürsten oder Scheuerschwämme benutzen: Sie zerkratzen den Lack und der Heizkörper rostet später an diesen Stellen.
- Aggressive Reiniger oder Scheuermittel einsetzen: Ein mildes Tuch genügt, bei Fett reicht ein Tropfen Spülmittel in Wasser.
- Gleich nach dem Putzen die Heizung aufdrehen, solange die Flächen noch nass sind: Sie sollten vorher trocken sein.
- Den Staubsauger ohne Düse benutzen: Das große Saugrohr kommt nicht zwischen die Rippen.
Wenn der Heizkörper trotzdem kalt bleibt
Ist der Heizkörper nur oben kalt, unten aber warm, ist meist Luft im System. Dann hilft das Entlüften mit dem Entlüftungsschlüssel am oberen Ventil. Halten Sie dabei ein Tuch bereit, denn es kann etwas Wasser austreten.
Bleibt er komplett kalt, obwohl das Thermostat offen ist, könnte das Ventil klemmen oder die Anlage hat zu wenig Druck. Das ist ein Fall für den Vermieter oder den Heizungsfachmann. Staubentfernung ersetzt keine Wartung, sie ergänzt sie.
Bonus-Tipps
- Einmal im Herbst gründlich reinigen, im Winter zwischendurch kurz mit dem Staubsaugeraufsatz drübergehen.
- Ein Stück feuchten Mikrofaserlappen über die Bürste ziehen und festklemmen: So wischen Sie gleichzeitig zwischen den Rippen.
- Möbel und Vorhänge nicht direkt vor den Heizkörper stellen, damit die Wärme sich verteilen kann.
- Bei Haustieren häufiger bürsten, denn Haare verfilzen mit dem Staub.
Welche Bürste ist die richtige?
Eine gute Heizkörperbürste ist lang, flach und leicht biegsam. Die Borsten sollten weich sein, aus Kunstfaser oder Naturhaar. Manche Modelle haben einen abnehmbaren Überzug aus Mikrofaser, den Sie in der Waschmaschine reinigen können.
Wenn Sie keine passende Bürste haben, hilft ein langer Pinsel oder ein flaches Staubtuch an einem Holzlöffel. Wichtig ist nur, dass das Werkzeug bis ganz nach hinten reicht und die Rippen nicht verbiegt.
Was Sie vor dem Putzen beachten sollten
Schauen Sie sich den Heizkörper zuerst genau an. Sind die Rippen eng, nehmen Sie die schmalste Düse. Sind Lackschäden oder Rost zu sehen, arbeiten Sie besonders sanft, damit nichts abplatzt.
Wohnen Sie zur Miete, melden Sie größere Schäden am besten dem Vermieter. Dasselbe gilt, wenn ein Heizkörper tropft oder ungewöhnliche Geräusche macht. Staub saugen kann jeder, an der Anlage selbst sollten Sie aber nicht herumschrauben.
Ein kleiner Zeitplan fürs Heizungs-Jahr
- Anfang Oktober: Alle Heizkörper einmal gründlich bürsten und absaugen.
- Mitte der Heizperiode: Kurz mit der Fugendüse über die Rippen gehen.
- Im Frühling: Die Heizkörper noch einmal abwischen, bevor Sie sie im Sommer vergessen.
- Bei Bedarf: Staubfänger wie Vorhänge und Teppiche in der Nähe mitreinigen.
So bleibt das Ganze eine Kleinigkeit, die kaum Zeit kostet. Wer regelmäßig kurz nachschaut, muss nie lange putzen und hat im Winter weniger Staub in der Luft.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich meinen Heizkörper von Staub befreien?
Ein gründliches Reinigen zu Beginn der Heizperiode genügt in den meisten Haushalten. Wer Haustiere hat oder an einer staubigen Straße wohnt, schaut besser alle paar Wochen kurz nach und saugt die Rippen mit der Fugendüse ab.
Muss ich die Heizung dafür abstellen?
Ja, das ist sinnvoll. Ein kalter Heizkörper wirbelt weniger Staub auf, und Sie vermeiden Verbrennungen. Warten Sie etwa eine halbe Stunde nach dem Abdrehen des Thermostats, bevor Sie anfangen.
Kann ich auch eine normale Flaschenbürste nehmen?
Ja, wenn die Borsten weich sind und die Bürste lang genug ist. Dann kratzt sie nichts an. Eine spezielle Heizkörperbürste mit Stiel ist aber bequemer, weil sie sich biegt und auch weit hinten Staub erreicht.
Spart eine saubere Heizfläche Heizkosten?
Der Effekt ist eher klein, aber der Raum wird gleichmäßiger warm. Versprechen kann man keine bestimmte Ersparnis. Ein sauberer Heizkörper verteilt die Wärme einfach besser, besonders wenn er vorher lange nicht gereinigt wurde.
Was tun, wenn der Heizkörper nur oben kalt ist?
Dann steckt vermutlich Luft im Heizkörper. Entlüften Sie ihn mit dem Entlüftungsschlüssel am oberen Ventil, bis Wasser austritt. Danach prüfen Sie am besten den Druck der Anlage. Im Zweifel fragen Sie den Vermieter oder einen Fachbetrieb.
Ein kurzer Handgriff mit Bürste und Staubsauger reicht oft schon, damit das Zimmer wieder gleichmäßiger warm wird. Probieren Sie es noch heute an einem Heizkörper aus, und Sie sehen sofort, wie viel Staub sich dort versteckt hatte.
