Weihnachtliche Kerzen aus Wachsresten: Das schönste Geschenk im Glas
Kerzenstummel und Wachsreste sammeln sich in jedem Haushalt: ein Rest vom Adventskranz, die letzten Zentimeter einer Stumpenkerze, Wachs aus alten Gläsern. Daraus lassen sich im Handumdrehen neue Kerzen im Glas gießen, die nach Weihnachten aussehen und sich wunderbar verschenken lassen.
Das Verfahren ist einfach, wenn Sie ein paar Regeln beachten: langsam schmelzen, den Docht gerade halten, nie Wasser ins heiße Wachs bringen. Mit einer Zimtstange als Deko wird aus dem Rest ein hübsches Geschenk.
Was Sie brauchen
- Wachsreste von Kerzen, am besten alle in ähnlicher Farbe
- Neue Dochte mit Metallplättchen (Bastelladen oder Drogerie)
- Hitzefeste Gläser, zum Beispiel kleine Weck- oder Joghurtgläser ohne Risse
- Eine saubere Konservendose und einen Topf für das Wasserbad
- Holzstäbchen oder Wäscheklammer zum Halten des Dochts
- Eine Zimtstange pro Kerze, Juteband oder Paketschnur
- Zeitungspapier als Unterlage und ein Küchenhandtuch
Wachsreste vorbereiten
Entfernen Sie zunächst alte Dochte, Metallplättchen und Dreck aus den Resten. Brechen Sie größere Stücke mit den Händen in kleinere Stücke. Wachs, das stark verschmutzt oder rußig ist, sortieren Sie besser aus.
Sortieren Sie nach Farben. Ähnliche Töne ergeben beim Mischen eine schöne neue Farbe, während sehr unterschiedliche zu einem trüben Braun werden können. Wer unsicher ist, probiert es zuerst mit einer kleinen Menge.
Kerzen gießen, Schritt für Schritt
-
Wasserbad aufbauen
Füllen Sie einen Topf zu einem Drittel mit Wasser und stellen Sie die Konservendose hinein. Geben Sie die Wachsreste in die Dose. Erhitzen Sie das Wasser bei mittlerer Hitze, nicht stärker. Wachs sollte nie direkt auf der Platte schmelzen.
-
Docht befestigen
Während das Wachs schmilzt, tropfen Sie etwas Wachs in den Glasboden und drücken das Dochtplättchen hinein. Legen Sie ein Holzstäbchen quer über das Glas und klemmen Sie den Docht daran fest, damit er gerade steht.
-
Wachs gießen
Sobald das Wachs vollständig flüssig ist, nehmen Sie die Dose mit einem Handtuch aus dem Wasserbad. Gießen Sie langsam in das Glas, bis etwa ein Zentimeter Rand bleibt. Etwas Wachs bleibt in der Dose, um später nachzufüllen.
-
Abkühlen lassen
Lassen Sie die Kerze mehrere Stunden an einem ruhigen Ort aushärten, am besten über Nacht. Bewegen Sie sie nicht. In der Mitte sinkt das Wachs oft etwas ein. Das gleichen Sie im nächsten Schritt aus.
-
Nachgießen und kürzen
Erhitzen Sie den Wachsrest erneut und gießen Sie eine dünne Schicht nach, damit die Oberfläche glatt wird. Danach kürzen Sie den Docht auf etwa einen Zentimeter. Fertig ist die Kerze.
Weihnachtlich verzieren
Binden Sie Juteband oder Paketschnur zweimal um das Glas und befestigen Sie eine Zimtstange darunter. Die Zimtstange hält die Schnur an der Seite und duftet leicht nach Weihnachten. Sie gehört außen ans Glas und nicht in das Wachs oder in die Nähe der Flamme.
Ein kleiner Tannenzweig oder eine Orangenscheibe am Band passt dazu. Auch ein kleines Anhängerchen, auf das Sie von Hand ein Wort schreiben, macht aus der Kerze ein persönliches Geschenk.
Warum das so gut klappt
Wachs schmilzt bei niedrigen Temperaturen und härtet beim Abkühlen wieder aus. Deshalb lässt es sich beliebig oft einschmelzen, ohne seine Eigenschaften zu verlieren. Das Wasserbad sorgt dafür, dass es gleichmäßig und ohne Überhitzung warm wird.
Im Glas wird die Kerze stabil, tropft nicht und lässt sich leicht transportieren. Das Glas fängt das flüssige Wachs auf, und die Kerze brennt bis auf einen kleinen Rest herunter. Ein Neuanfang aus Resten kostet fast nichts.
Diese Fehler vermeiden Sie besser
- Wachs nie direkt erhitzen. Es kann überhitzen und Feuer fangen. Immer ein Wasserbad verwenden und nie unbeaufsichtigt lassen.
- Kein Wasser ins heiße Wachs. Tropfen spritzen. Trocknen Sie Dose, Löffel und Gläser sorgfältig.
- Keine Risse im Glas. Heißes Wachs kann beschädigte Gläser zum Springen bringen. Prüfen Sie jedes Glas.
- Kein Wachs in den Abfluss. Es härtet im Rohr aus und verstopft. Reste kommen in den Restmüll.
- Zu langer Docht. Die Flamme wird groß und rußt. Ein kurzer Docht brennt ruhiger.
- Zimtstange nicht ins Wachs. Sie kann brennen. Binden Sie sie nur außen ans Glas.
Ideen und Varianten
Mehrfarbige Kerzen
Gießen Sie zuerst eine Farbe ins Glas und lassen Sie sie fest werden. Danach folgt die zweite Farbe. So entstehen Schichten, die man durch das Glas sieht. Lassen Sie jede Schicht gut abkühlen, sonst vermischen sich die Farben.
Mit Duft
Wer mag, gibt einige Tropfen Duftöl für Kerzen in das flüssige Wachs. Nehmen Sie nur Öl, das für Kerzen geeignet ist, und nicht mehr als empfohlen. Rühren Sie vorsichtig mit einem Holzstäbchen um.
Geschenkset
Packen Sie zwei oder drei Kerzen in eine Holzkiste oder Pappschachtel mit Stroh. Ein Päckchen Streichhölzer und ein Zettel mit Brennhinweisen vervollständigen das Geschenk.
Kleine Gläser für den Adventskranz
Kleine Gläser mit ein bis zwei Zentimetern Wachs ersetzen Teelichter. Sie brennen kürzer, sind aber schnell gemacht und passen auf Tablett oder Teller.
Brennen und Pflege
Lassen Sie die Kerze beim ersten Mal so lange brennen, bis die gesamte Oberfläche flüssig ist. Das verhindert, dass in der Mitte ein Tunnel entsteht. Stellen Sie sie auf eine feste, hitzefeste Unterlage und nicht in Zugluft.
Löschen Sie die Kerze, wenn nur noch etwa ein Zentimeter Wachs übrig ist. Kürzen Sie den Docht vor jedem Anzünden auf einen Zentimeter. Lassen Sie sie nie unbeaufsichtigt brennen und halten Sie Abstand zu Gardinen, Papier und Dekozweigen.
Sicher arbeiten
Arbeiten Sie auf einer Unterlage aus Zeitungspapier, denn Wachs lässt sich schwer von Tischplatten entfernen. Halten Sie Kinder und Haustiere von der Küche fern, solange das Wachs heiß ist. Ziehen Sie den Topf vom Herd, bevor Sie gießen.
Sollte doch einmal Wachs auf die Arbeitsplatte tropfen, lassen Sie es erst fest werden. Danach lässt es sich mit einer Plastikkarte abschieben, ohne die Oberfläche zu zerkratzen. Rückstände nehmen Sie mit einem Tuch und etwas Spülmittel ab.
Wie viel Wachs für wie viele Kerzen?
Als Faustregel gilt: Aus einer Handvoll Wachsresten, etwa 100 Gramm, entsteht eine Kerze in einem kleinen Glas. Eine Konservendose fasst genug für zwei bis drei Gläser. Wiegen Sie die Reste vorher ab, dann wissen Sie genau, wie viele Kerzen Sie bekommen.
Weil Wachs beim Erkalten schrumpft, planen Sie etwas mehr ein, als das Glas fasst. Mit dem Nachgießen füllen Sie die Mulde später auf. So wird die Oberfläche glatt, und die Kerze sieht aus, als stamme sie aus einem Laden.
Häufige Fragen
Kann ich alle Wachsreste mischen?
Meist ja, solange es sich um Paraffin- oder Stearinreste handelt. Bienenwachs lässt sich ebenfalls mischen. Sehr stark duftende oder gefärbte Gelkerzen lassen Sie besser weg, weil sie sich anders verhalten.
Welche Dochte nehme ich?
Dochte mit Metallplättchen, passend zur Größe des Glases. Bei kleinen Gläsern reicht ein dünner Docht, bei breiteren ein dickerer. Im Bastelladen steht die empfohlene Glasbreite auf der Packung.
Warum hat meine Kerze ein Loch in der Mitte?
Das Wachs zieht sich beim Abkühlen zusammen. Gießen Sie nach dem ersten Erkalten noch eine dünne Schicht nach, dann ist die Oberfläche glatt. Auch langsames Abkühlen ohne Zugluft hilft.
Wie lange brennt so eine Kerze?
Das hängt von der Größe ab. Ein kleines Glas mit etwa 100 Gramm Wachs brennt meist zwischen 15 und 25 Stunden. Brennen Sie sie in Etappen von zwei bis drei Stunden, dann hält sie am längsten.
Welche Gläser sind hitzefest genug?
Dickwandige Gläser wie Weckgläser oder Marmeladengläser ohne Riss. Sehr dünne Gläser, Trinkgläser mit Goldrand und Gläser mit Beschichtung sind ungeeignet. Wärmen Sie das Glas leicht an, bevor Sie das Wachs eingießen.
Aus Resten wird so ein Geschenk, das Sie mit Zimt und Schnur sofort hübsch verpacken können. Sammeln Sie ab heute Ihre Wachsreste und gießen Sie die erste Kerze noch vor dem ersten Advent.
