Matratze auffrischen: Natron einstreuen, eine Stunde warten, absaugen

Matratze auffrischen: Natron einstreuen, eine Stunde warten, absaugen

Wir verbringen fast ein Drittel unseres Lebens im Bett. Kein Wunder, dass die Matratze mit der Zeit nicht mehr ganz frisch ist. Schweiß, Hautschuppen und Feuchtigkeit ziehen jede Nacht in den Bezug ein. Irgendwann riecht die Matratze leicht muffig, auch wenn die Bettwäsche frisch gewaschen ist.

Eine Matratze kann man nicht einfach in die Waschmaschine stecken. Mit einem einfachen Hausmittel lässt sie sich aber gut auffrischen: Natron. Einstreuen, eine Stunde warten, absaugen. Mehr braucht es nicht, damit sie wieder frischer riecht. Hier erfahren Sie, wie Sie dabei vorgehen.

Was Sie brauchen

  • Etwa 200 bis 300 g Natron (Natriumhydrogencarbonat) oder mehrere Päckchen Backpulver
  • Ein feines Sieb oder einen Streuer
  • Einen Staubsauger mit Polsterdüse
  • Optional einige Tropfen Lavendelöl
  • Ein feuchtes Tuch und etwas Gallseife für einzelne Flecken

Die Methode Schritt für Schritt

  1. Bett abziehen. Nehmen Sie Bettwäsche, Matratzenschoner und Topper ab und geben Sie alles in die Wäsche.

  2. Matratze absaugen. Saugen Sie die gesamte Oberfläche mit der Polsterdüse gründlich ab, auch die Seiten und Nähte. So entfernen Sie Staub und Hautschuppen.

  3. Optional Duft hinzufügen. Wer mag, mischt einige Tropfen Lavendelöl in das Natron und verteilt sie mit einer Gabel. Das gibt einen dezenten, frischen Duft.

  4. Natron einstreuen. Streuen Sie das Natron mit dem Sieb gleichmäßig über die ganze Liegefläche. Eine dünne, gleichmäßige Schicht reicht.

  5. Einwirken lassen. Lassen Sie das Natron mindestens eine Stunde wirken. Je länger, desto besser. Wer Zeit hat, lässt es mehrere Stunden liegen und öffnet dabei das Fenster.

  6. Gründlich absaugen. Saugen Sie das Natron mit der Polsterdüse vollständig ab. Fahren Sie dabei langsam und mehrmals über jede Stelle.

  7. Lüften. Lassen Sie die Matratze noch eine Weile unbezogen an der frischen Luft im Zimmer liegen, bevor Sie das Bett frisch beziehen.

Warum das funktioniert

Natron ist ein feines, leicht basisches Pulver. Es kann Feuchtigkeit aufnehmen und viele Geruchsstoffe binden, vor allem säurehaltige Gerüche, wie sie durch Schweiß entstehen. Deshalb wird es auch im Kühlschrank oder in Schuhen gegen Gerüche eingesetzt.

Auf der Matratze zieht das Natron einen Teil der Feuchtigkeit und Gerüche aus dem Bezug und der obersten Schicht. Beim Absaugen nehmen Sie es zusammen mit den gebundenen Stoffen wieder weg. Die Matratze riecht danach neutraler und frischer.

Ehrlich gesagt ersetzt Natron keine Tiefenreinigung. Gegen starke Flecken, tief eingezogene Gerüche oder Milben im Inneren der Matratze hilft es nur begrenzt. Für die regelmäßige Auffrischung ist es aber eine einfache, günstige und schonende Methode.

Diese Fehler sollten Sie vermeiden

  • Natron mit Wasser anrühren: Für die Auffrischung bleibt das Natron trocken. Nasse Matratzen trocknen schwer und können schimmeln.
  • Zu kurz einwirken lassen: Zehn Minuten reichen nicht. Planen Sie mindestens eine Stunde ein.
  • Nicht gründlich absaugen: Natronreste auf der Matratze sind harmlos, können aber auf dunkler Bettwäsche sichtbar sein. Lieber zweimal saugen.
  • Zu viel ätherisches Öl: Wenige Tropfen genügen. Zu viel Öl kann Flecken machen oder empfindliche Menschen stören.
  • Matratze nie wenden: Wer die Matratze nicht regelmäßig dreht und wendet, bekommt schneller Kuhlen und feuchte Stellen.

Extra-Tipps und Varianten

Flecken vorbehandeln: Einzelne Flecken behandeln Sie vor dem Natron mit einem kaum feuchten Tuch und etwas Gallseife. Gut trocknen lassen, dann erst Natron streuen.

Sonne und Luft: An einem trockenen, sonnigen Tag kann die Matratze nach dem Absaugen einige Stunden am offenen Fenster lüften.

Matratzenschoner: Ein waschbarer Matratzenschoner schützt die Matratze vor Schweiß und Flecken. Waschen Sie ihn alle paar Wochen.

Regelmäßig drehen: Drehen und wenden Sie die Matratze alle drei Monate, sofern der Hersteller das vorsieht. So wird sie gleichmäßiger belastet und kann besser auslüften.

Bett morgens offen lassen: Schütteln Sie die Bettdecke morgens auf und lassen Sie das Bett eine halbe Stunde offen. So kann die Feuchtigkeit der Nacht entweichen.

Wie oft sollte die Matratze aufgefrischt werden?

Eine Natron-Auffrischung alle zwei bis drei Monate ist für die meisten Haushalte ideal. Ein guter Moment ist der Tag, an dem Sie ohnehin die Bettwäsche wechseln oder die Matratze wenden.

Bei Kindern, Haustieren im Bett oder starkem Schwitzen darf es auch öfter sein. Zusammen mit einem Matratzenschoner und regelmäßigem Lüften bleibt die Matratze so viele Jahre frisch.

Häufige Fragen

Kann ich statt Natron auch Backpulver nehmen?

Ja, Backpulver enthält Natron und wirkt ähnlich. Es enthält zusätzlich etwas Säure und Stärke und ist dadurch etwas schwächer. Wenn Sie nur Backpulver zu Hause haben, nehmen Sie entsprechend mehr Päckchen und lassen es länger einwirken.

Ist Natron für Allergiker geeignet?

Natron selbst ist geruchlos und in der Regel gut verträglich. Gegen Hausstaubmilben im Inneren der Matratze hilft es aber nur wenig. Allergiker sollten zusätzlich einen milbendichten Bezug verwenden und regelmäßig gründlich saugen.

Schadet Natron dem Staubsauger?

Kleine Mengen Natron sind für normale Staubsauger kein Problem. Bei sehr feinem Pulver kann sich der Filter schneller zusetzen. Leeren Sie Beutel oder Behälter danach und reinigen Sie gegebenenfalls den Filter.

Hilft Natron auch bei Urinflecken?

Bei frischen Urinflecken hilft es, die Feuchtigkeit sofort mit Küchenpapier aufzunehmen und dann Natron auf die Stelle zu streuen. Nach dem Trocknen absaugen. Ältere Flecken brauchen oft eine Vorbehandlung oder eine professionelle Reinigung.

Kann ich die Methode auch für Sofas nutzen?

Ja, Polstermöbel lassen sich genauso auffrischen. Testen Sie bei dunklen Stoffen zuerst an einer unauffälligen Stelle, ob Rückstände sichtbar bleiben.

Kissen und Bettdecken nicht vergessen

Wenn die Matratze aufgefrischt ist, lohnt sich auch ein Blick auf Kissen und Decken. Viele Kopfkissen und Steppdecken dürfen in die Waschmaschine. Schauen Sie auf das Pflegeetikett und waschen Sie sie zwei- bis dreimal im Jahr.

Daunenkissen trocknen am besten im Trockner mit Trocknerbällen, damit die Füllung nicht verklumpt. Kissen mit Kunstfaserfüllung trocknen auch an der Luft gut, brauchen aber Zeit. Wichtig ist, dass sie vollständig trocken sind, bevor sie wieder ins Bett kommen.

Zwischen den Wäschen können Sie Kissen und Decken an einem trockenen Tag auf dem Balkon oder am offenen Fenster lüften. Frische Luft vertreibt Gerüche und Feuchtigkeit ganz ohne Hilfsmittel.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bett abziehen und Matratze gründlich absaugen.
  • Natron gleichmäßig mit einem Sieb einstreuen.
  • Mindestens eine Stunde einwirken lassen.
  • Langsam und vollständig absaugen.
  • Matratze lüften, dann frisch beziehen.
  • Alle zwei bis drei Monate wiederholen.

Fazit

Natron einstreuen, eine Stunde warten, gründlich absaugen: So wird die Matratze ohne Wasser und ohne Chemie wieder frischer. Eine einfache Routine für ein angenehmeres Schlafgefühl.