Orangenscheiben für die Winterdeko? Im Backofen bei niedriger Temperatur werden sie schön und duften
Sobald es draußen früh dunkel wird, möchte man es zu Hause gemütlich haben. Getrocknete Orangenscheiben gehören für viele zur Winterzeit wie Kerzen und Tannenzweige. Sie leuchten bernsteinfarben, riechen leicht nach Orange und kosten fast nichts. Im Laden sind sie erstaunlich teuer, dabei gelingen sie auch in der eigenen Küche.
Das Geheimnis ist keine Zutat, sondern die Temperatur: Der Backofen läuft nur bei niedriger Hitze, und zwar lange. So verlieren die Scheiben ihr Wasser, ohne braun zu werden. Hier lesen Sie, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen, worauf es beim Schneiden ankommt und wie Sie aus den Scheiben Girlanden, Kranzschmuck oder Geschenkanhänger machen.
Was Sie brauchen
- 2 bis 4 unbehandelte Orangen (Bio oder mit dem Hinweis „Schale zum Verzehr geeignet“)
- Ein scharfes, glattes Messer oder ein Gemüsehobel
- Küchenpapier oder ein sauberes Geschirrtuch
- Ein Backblech mit Backpapier oder ein Kuchengitter
- Dünne Juteschnur, Bast oder Garn zum Aufhängen
- Eine Nadel oder ein kleiner Holzspieß für das Loch
- Nach Wunsch Zimtstangen, Sternanis und Tannenzweige zum Kombinieren
Die Methode Schritt für Schritt
-
Orangen waschen und abtrocknen. Spülen Sie die Früchte kurz mit warmem Wasser ab und trocknen Sie sie gut. Bei Orangen mit Wachsschicht reiben Sie die Schale vorsichtig mit einem Tuch ab. Nehmen Sie möglichst feste Früchte, sie lassen sich leichter gleichmäßig schneiden.
-
In gleichmäßige Scheiben schneiden. Schneiden Sie die Orangen quer in Scheiben von etwa fünf Millimetern. Zu dünne Scheiben reißen und werden schnell dunkel, zu dicke brauchen ewig. Auf Gleichmäßigkeit kommt es an, denn nur dann sind alle Scheiben gleichzeitig fertig.
-
Kerne entfernen und Saft abtupfen. Heben Sie die Kerne mit der Messerspitze heraus. Legen Sie die Scheiben dann auf Küchenpapier, drücken Sie ein zweites Tuch leicht darauf und lassen Sie sie fünf Minuten liegen. Je weniger Saft auf der Oberfläche steht, desto kürzer dauert das Trocknen.
-
Backofen auf niedrige Temperatur stellen. Heizen Sie den Ofen auf 80 bis 100 Grad Ober- und Unterhitze vor. Bei Umluft reichen 70 bis 90 Grad. Klemmen Sie einen Kochlöffel in die Ofentür, damit die feuchte Luft entweichen kann. Das ist der wichtigste Trick gegen braune, zähe Scheiben.
-
Scheiben auflegen. Legen Sie die Scheiben nebeneinander auf das mit Backpapier belegte Blech oder direkt auf das Kuchengitter. Sie dürfen sich nicht überlappen. Auf dem Gitter trocknen sie von beiden Seiten und müssen weniger oft gewendet werden.
-
Zwei bis drei Stunden trocknen und wenden. Nach etwa einer Stunde wenden Sie die Scheiben. Danach schauen Sie alle 30 Minuten nach. Insgesamt brauchen sie meist zwei bis drei Stunden. Fertig sind sie, wenn sie sich leicht biegen lassen, aber nicht mehr feucht oder klebrig sind.
-
Im Ofen auskühlen lassen. Schalten Sie den Ofen aus und lassen Sie die Scheiben noch eine halbe Stunde darin liegen. Beim Abkühlen werden sie fester. Erst wenn sie ganz kalt sind, beurteilen Sie, ob sie noch Restfeuchte haben. Dann geben Sie ihnen gegebenenfalls weitere 20 Minuten.
-
Aufhängen oder dekorieren. Stechen Sie mit der Nadel oben ein kleines Loch in die Schale und ziehen Sie die Schnur durch. Binden Sie die Scheiben zu einer Girlande, hängen Sie sie ans Fenster, an einen Tannenzweig oder legen Sie sie in eine Schale mit Zimtstangen.
Warum das funktioniert
Eine Orange besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Wird sie bei hoher Hitze gebacken, bräunt der Zucker im Saft an der Oberfläche, bevor das Innere trocken ist. Die Scheiben werden dunkel, bitter und manchmal fleckig. Bei niedriger Temperatur verdunstet das Wasser dagegen langsam und gleichmäßig.
Die feinen Trennhäutchen zwischen den Segmenten werden dabei durchscheinend, deshalb leuchten die Scheiben so schön, wenn Licht hindurchfällt. Auch ein Teil des Dufts bleibt in der Schale erhalten. Er ist nach dem Trocknen zwar zarter als bei frischen Orangen, aber im warmen Raum gut wahrnehmbar.
Der Zeitaufwand wirkt zunächst groß, ist aber überschaubar: Die eigentliche Arbeit beträgt nur zehn Minuten, den Rest erledigt der Ofen allein. In dieser Zeit können Sie bügeln, lesen oder Weihnachtskarten schreiben. Planen Sie die Trockenzeit also für einen Abend ein, an dem Sie sowieso zu Hause sind.
Außerdem sind die Scheiben ein sparsames Hobby: Aus drei Orangen werden schnell zwanzig Dekostücke, und den Rest der Frucht verwenden Sie für Saft oder Obstsalat. Es bleibt also nichts übrig, was weggeworfen werden müsste. Genau das macht den Reiz dieser Winterdeko aus.
Die häufigsten Fehler
Der häufigste Fehler ist zu viel Hitze. Wer den Ofen auf 150 Grad stellt, um Zeit zu sparen, bekommt braune Ränder und einen leicht angebrannten Geruch. Geduld zahlt sich hier aus. Wenn Sie wenig Zeit haben, verteilen Sie das Trocknen lieber auf einen Abend, an dem Sie ohnehin zu Hause sind.
Auch zu dicke Scheiben sind ein Klassiker. Sie bleiben innen feucht, und nach einigen Tagen kann sich Schimmel bilden. Schneiden Sie lieber zu dünn als zu dick, und prüfen Sie jede Scheibe vor dem Aufhängen. Eine Scheibe, die sich noch weich anfühlt, gehört zurück aufs Blech.
Vergessen Sie das Wenden nicht. Ohne Wenden wellen sich die Scheiben stark und trocknen ungleich. Wer sie flach haben möchte, kann sie in der letzten halben Stunde mit einem zweiten Backpapier und einem Blech beschweren. Und lassen Sie den Ofen nie unbeaufsichtigt, wenn Sie das Haus verlassen.
Bonus-Tipps und Varianten
Zum Verfeinern können Sie die Scheiben vor dem Trocknen ganz dünn mit Puderzucker bestäuben. Sie bekommen dann einen leichten Glanz. Wer es herb mag, lässt den Zucker weg. Auch Zitronen, Limetten und Blutorangen lassen sich so trocknen. Eine Mischung aus allen sieht auf dem Tisch besonders schön aus.
Aus den Scheiben wird ein hübscher Geschenkanhänger: Schnur durch das Loch ziehen und an das Päckchen binden. Als Kranzschmuck kleben Sie sie mit etwas Heißkleber auf einen Tannenzweigkranz. Eine Schale mit Orangenscheiben, Zimtstangen und Tannenzapfen duftet im Flur schöner als viele gekaufte Raumdüfte.
Bewahren Sie übrig gebliebene Scheiben trocken und luftig auf, etwa in einer Pappschachtel mit Seidenpapier. In einer verschlossenen Plastikdose können sie wieder Feuchtigkeit ziehen. Im nächsten Winter holen Sie sie wieder hervor und frischen den Duft bei Bedarf mit einem Tropfen Orangenöl auf.
Für Kinder ist die Arbeit eine schöne Beschäftigung: Sie dürfen Scheiben abtupfen, Schnüre auffädeln und die Girlande aufhängen. Das Schneiden übernehmen aber Erwachsene, und der Backofen bleibt tabu. Gemeinsam gebastelt, wird die Deko zur Erinnerung an die Adventszeit.
Häufige Fragen
Muss ich unbehandelte Orangen nehmen?
Für die Deko nicht zwingend, aber es ist die bessere Wahl. Bei behandelten Früchten bleiben Wachs und Rückstände auf der Schale. Wenn Sie die Scheiben später auch in Tee oder Gebäck verwenden möchten, nehmen Sie auf jeden Fall unbehandelte Früchte und waschen sie gründlich.
Wie lange halten getrocknete Orangenscheiben?
Trocken gelagert halten sie viele Monate, oft sogar mehrere Winter. Wichtig ist, dass sie wirklich durchgetrocknet sind und nicht in feuchten Räumen hängen. Im Bad oder in einer feuchten Küche nehmen sie leicht Wasser auf und werden wieder weich.
Geht das auch ohne Backofen?
Ja, aber es dauert länger. Auf der Heizung oder an einem warmen, luftigen Platz brauchen die Scheiben mehrere Tage. Legen Sie sie auf ein Gitter und wenden Sie sie täglich. Im Ofen gelingt es gleichmäßiger und ist an einem Abend erledigt.
Warum werden meine Scheiben dunkel?
Meist war der Ofen zu heiß oder die Scheiben waren zu dick und zu saftig. Senken Sie die Temperatur auf 80 bis 90 Grad, tupfen Sie den Saft ab und lassen Sie die Tür einen Spalt offen. Dann bleibt die Farbe hell und schön.
Kann ich die Scheiben im Heißluftofen trocknen?
Ja. Bei Umluft stellen Sie 70 bis 90 Grad ein. Die Scheiben trocknen dann oft schneller, deshalb prüfen Sie früher. Mit zwei Blechen gleichzeitig dauert es etwas länger, weil mehr Feuchtigkeit entsteht. Tauschen Sie die Bleche zwischendurch.
Duften die Scheiben auch noch nach Wochen?
Ein zarter Duft bleibt oft einige Wochen erhalten, vor allem in Gesellschaft von Zimt und Tannenzweigen. Wird er schwächer, genügt ein Tropfen ätherisches Orangenöl auf der Rückseite. Achten Sie darauf, dass Kinder und Haustiere die Öle nicht erreichen.
Mit einer Handvoll Orangen, etwas Geduld und niedriger Hitze schaffen Sie in einem Abend Dekoration für die ganze Winterzeit. Probieren Sie es aus, und denken Sie daran: lieber langsam trocknen als schnell verbrennen.
