Kalk im Wasserkocher? Mit Essigwasser ist er in 30 Minuten wieder sauber
Wer in einer Gegend mit hartem Wasser wohnt, kennt das: Nach wenigen Wochen ist der Boden des Wasserkochers mit einer weißen, rauen Schicht bedeckt. Manchmal schwimmen sogar kleine weiße Flocken im Tee. Kalk ist nicht gefährlich, aber er schmeckt nicht, verlängert die Kochzeit und verbraucht mehr Strom.
Teure Entkalker aus dem Supermarkt brauchen Sie dafür nicht. Einfacher Haushaltsessig, mit Wasser verdünnt, löst den Kalk in etwa 30 Minuten. Danach glänzt der Wasserkocher wieder wie neu. Hier lesen Sie, wie Sie dabei vorgehen und wie Sie den Essiggeruch wieder loswerden.
Was Sie brauchen
- Haushaltsessig (5 %) oder heller Branntweinessig
- Leitungswasser
- Einen Messbecher
- Ein weiches Tuch oder eine Spülbürste mit weichen Borsten
- Optional ein Teelöffel Zitronensäure für hartnäckigen Kalk
Die Methode Schritt für Schritt
-
Wasserkocher leeren. Gießen Sie altes Wasser aus und lassen Sie das Gerät abkühlen, falls es gerade benutzt wurde.
-
Essigwasser einfüllen. Füllen Sie den Wasserkocher etwa zur Hälfte mit einer Mischung aus einem Teil Essig und zwei Teilen Wasser. Der verkalkte Boden und die Heizplatte müssen gut bedeckt sein.
-
Kurz aufkochen. Schalten Sie den Wasserkocher ein und lassen Sie die Mischung einmal aufkochen. Öffnen Sie dabei das Fenster, denn heißer Essig riecht stark.
-
Einwirken lassen. Lassen Sie das Essigwasser nach dem Aufkochen etwa 30 Minuten im Wasserkocher stehen. In dieser Zeit löst sich der Kalk. Bei dicker Schicht dürfen es auch 60 Minuten sein.
-
Ausgießen und nachwischen. Gießen Sie die Mischung in die Spüle. Wischen Sie Reste von Kalk mit dem weichen Tuch oder der Bürste ab. Sie sollten sich jetzt leicht lösen.
-
Gründlich spülen. Füllen Sie den Wasserkocher mit klarem Wasser, kochen Sie es auf und gießen Sie es weg. Wiederholen Sie das zwei- bis dreimal, bis kein Essiggeruch mehr zu riechen ist.
-
Kalkfilter reinigen. Viele Wasserkocher haben im Ausguss ein kleines Sieb. Nehmen Sie es heraus und legen Sie es kurz in Essigwasser, dann abspülen.
Warum das funktioniert
Kalk besteht hauptsächlich aus Calciumcarbonat. Beim Erhitzen von hartem Wasser löst sich dieses Mineral aus dem Wasser und setzt sich an den heißen Flächen ab, also am Boden und an der Heizplatte des Wasserkochers.
Essig enthält Essigsäure. Diese reagiert mit dem Calciumcarbonat und verwandelt es in eine lösliche Verbindung. Dabei entsteht etwas Kohlendioxid, das man manchmal als feine Bläschen sieht. Der Kalk löst sich auf und lässt sich einfach ausspülen.
Die Wärme beschleunigt diese Reaktion. Deshalb wirkt warmes Essigwasser deutlich schneller als kaltes. Nach 30 Minuten ist eine normale Kalkschicht meist vollständig verschwunden.
Diese Fehler sollten Sie vermeiden
- Essig pur kochen: Unverdünnter Essig riecht beim Kochen sehr stark und ist nicht nötig. Die Mischung mit Wasser reicht völlig aus.
- Zu wenig spülen: Wer nur einmal nachspült, schmeckt den Essig im nächsten Tee. Mindestens zweimal klares Wasser aufkochen.
- Scheuermittel oder Stahlwolle: Sie zerkratzen Edelstahl und Kunststoff. In den Kratzern setzt sich danach noch schneller Kalk fest.
- Wasserkocher unter Wasser tauchen: Das Gerät ist ein Elektrogerät. Der Sockel und die Unterseite dürfen nie nass werden.
- Zu lange warten: Je dicker die Kalkschicht, desto schwerer löst sie sich. Regelmäßiges Entkalken ist einfacher.
Extra-Tipps und Varianten
Zitronensäure statt Essig: Ein bis zwei Esslöffel Zitronensäure-Pulver in kaltem Wasser auflösen, einfüllen und eine Stunde wirken lassen, ohne zu kochen. Sie riecht kaum, sollte aber nicht stark erhitzt werden.
Zitronenscheiben: Bei leichtem Kalk reicht es, Wasser mit zwei Zitronenscheiben aufzukochen und eine Stunde stehen zu lassen.
Regelmäßig entkalken: Bei hartem Wasser einmal im Monat, bei weichem Wasser alle drei Monate. So bildet sich nie eine dicke Schicht.
Wasser nicht stehen lassen: Gießen Sie nach dem Gebrauch übrig gebliebenes Wasser aus und lassen Sie den Deckel offen. Stehendes Wasser hinterlässt beim Verdunsten neuen Kalk.
Gefiltertes Wasser: Ein Wasserfilter reduziert den Kalk im Wasser und damit auch die Ablagerungen im Wasserkocher.
Woran Sie hartes Wasser erkennen
Weiße Ränder an Gläsern, Kalkflecken an der Duschwand und ein schnell verkalkter Wasserkocher sind typische Zeichen für hartes Wasser. Wie hart Ihr Wasser genau ist, erfahren Sie bei Ihrem Wasserversorger, oft auf dessen Internetseite.
In Gegenden mit sehr hartem Wasser lohnt sich das Entkalken besonders oft. Ein kalkfreier Wasserkocher kocht schneller und verbraucht weniger Strom, weil die Wärme direkt ins Wasser geht und nicht erst durch die Kalkschicht muss.
Häufige Fragen
Ist Kalk im Wasserkocher gesundheitsschädlich?
Nein, Kalk besteht aus Mineralien, die auch im Trinkwasser enthalten sind. Kleine Flocken im Tee sind also nicht gefährlich. Sie beeinträchtigen aber den Geschmack und das Aussehen, und eine dicke Schicht macht das Gerät weniger effizient.
Wie bekomme ich den Essiggeruch wieder weg?
Kochen Sie zwei- bis dreimal klares Wasser auf und gießen Sie es jeweils weg. Lassen Sie den Deckel danach offen, damit die Feuchtigkeit verdunstet. Meist ist der Geruch dann vollständig verschwunden.
Kann ich Essigessenz verwenden?
Ja, aber Essigessenz ist viel stärker als Haushaltsessig. Verdünnen Sie sie dann etwa im Verhältnis eins zu zehn mit Wasser. Bei Wasserkochern mit Kunststoffteilen ist der mildere Haushaltsessig die bessere Wahl.
Funktioniert das auch bei Glas-Wasserkochern?
Ja, Glas-Wasserkocher lassen sich genauso entkalken. Bei ihnen sieht man den Erfolg besonders schön. Achten Sie auf die Dichtungen und wischen Sie diese nur sanft ab.
Wie oft sollte ich den Wasserkocher entkalken?
Sobald Sie eine weiße Schicht sehen. Bei hartem Wasser ist das etwa einmal im Monat, bei weichem Wasser seltener.
Auch Kaffeemaschine und Bügeleisen nicht vergessen
Wo der Wasserkocher verkalkt, verkalken auch andere Geräte. Kaffeemaschinen, Espressomaschinen und Dampfbügeleisen leiden genauso unter hartem Wasser. Für diese Geräte gilt aber: Lesen Sie unbedingt die Bedienungsanleitung.
Viele Hersteller von Kaffeevollautomaten empfehlen ausdrücklich keinen Essig, weil er Dichtungen angreifen kann. Dort sind Zitronensäure oder der vom Hersteller empfohlene Entkalker die bessere Wahl. Bei einfachen Filterkaffeemaschinen funktioniert Essigwasser dagegen oft gut, gefolgt von mehreren Durchläufen mit klarem Wasser.
Dampfbügeleisen haben häufig eine eigene Selbstreinigungsfunktion. Nutzen Sie diese regelmäßig und füllen Sie, wenn erlaubt, destilliertes oder gefiltertes Wasser ein.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Einen Teil Essig mit zwei Teilen Wasser mischen.
- Wasserkocher zur Hälfte füllen und einmal aufkochen.
- 30 Minuten einwirken lassen.
- Ausgießen und Reste sanft abwischen.
- Zwei- bis dreimal klares Wasser aufkochen und weggießen.
- Kalkfilter im Ausguss mitreinigen.
Fazit
Essig, Wasser und eine halbe Stunde Geduld reichen, damit der verkalkte Wasserkocher wieder glänzt. Günstig, schnell und ganz ohne teuren Entkalker.
