Backofen ohne Schrubben: Eine Schale Zitronenwasser macht das Fett weich
Backofen putzen gehört zu den unbeliebtesten Aufgaben im Haushalt. Eingebrannte Fettspritzer an Wänden und Decke, eine braune Scheibe und dazu der Gedanke an scharfe Backofensprays mit beißendem Geruch. Viele schieben das Putzen deshalb monatelang vor sich her.
Dabei gibt es einen einfachen Trick, der die meiste Arbeit für Sie erledigt: eine ofenfeste Schale mit Wasser und Zitrone. Der warme Zitronendampf weicht das Fett auf, und danach reicht oft ein Schwamm zum Abwischen. Wir zeigen Ihnen, wie es geht.
Was Sie brauchen
- Eine ofenfeste Form aus Glas oder Keramik
- Etwa 500 ml Wasser
- Eine bis zwei Zitronen (oder 3 bis 4 Esslöffel Zitronensaft)
- Einen weichen Schwamm und ein Mikrofasertuch
- Etwas Spülmittel für hartnäckige Stellen
- Topflappen oder Ofenhandschuhe
Die Methode Schritt für Schritt
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Ofen ausräumen. Nehmen Sie Bleche und Roste heraus. Lose Krümel am Boden fegen Sie mit einem trockenen Tuch oder Handfeger heraus.
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Zitronenwasser vorbereiten. Schneiden Sie die Zitronen in Scheiben oder pressen Sie den Saft aus. Geben Sie Saft und ausgepresste Hälften in die Form und gießen Sie das Wasser dazu.
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Erhitzen. Stellen Sie die Form auf den mittleren Rost und heizen Sie den Ofen auf 120 bis 150 Grad Ober- und Unterhitze. Lassen Sie das Zitronenwasser etwa 30 Minuten im Ofen dampfen.
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Abkühlen lassen. Schalten Sie den Ofen aus und lassen Sie die Tür noch 10 bis 15 Minuten geschlossen. So kann der Dampf weiter wirken, während der Ofen auf eine sichere Temperatur abkühlt.
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Abwischen. Nehmen Sie die Form mit Handschuhen heraus. Wischen Sie Wände, Decke und Tür mit dem Schwamm ab, den Sie in das warme Zitronenwasser tauchen. Das aufgeweichte Fett lässt sich jetzt viel leichter lösen.
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Hartnäckige Stellen. Für dunkle, eingebrannte Flecken einen Tropfen Spülmittel auf den Schwamm geben und mit der weichen Seite in kleinen Kreisen arbeiten.
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Nachwischen. Zum Schluss mit klarem Wasser und dem Mikrofasertuch nachwischen und die Tür offen lassen, bis alles trocken ist.
Warum das funktioniert
Fettspritzer im Backofen werden bei jedem Backen erneut erhitzt und verhärten dabei. Trocken lassen sie sich kaum entfernen. Feuchte Wärme macht sie wieder weich: Der Wasserdampf dringt in die Schicht ein und löst sie von der Emaille.
Die Zitrone bringt zwei Vorteile mit. Ihre Säure hilft, leichte Kalk- und Wasserflecken zu lösen, und ihr frischer Duft überdeckt den Geruch von altem Fett. Der Ofen riecht danach angenehm statt nach Chemie.
Ganz ehrlich: Dicke, schwarze Krusten, die seit Jahren im Ofen sitzen, verschwinden mit Zitronendampf nicht vollständig auf einmal. Dann wiederholen Sie die Behandlung. Für die normalen Spritzer der letzten Wochen reicht ein Durchgang meistens völlig aus.
Diese Fehler sollten Sie vermeiden
- Zu hohe Temperatur: Bei 200 Grad und mehr verdampft das Wasser zu schnell, und das Fett brennt eher fester ein. 120 bis 150 Grad reichen.
- Kalte Glasform in heißen Ofen: Glas kann bei großem Temperaturunterschied springen. Die Form immer in den kalten Ofen stellen und dann aufheizen.
- Stahlwolle und Scheuerpulver: Sie zerkratzen die Emaille und die Scheibe. In Kratzern brennt sich Fett noch leichter ein.
- Sofort putzen: Direkt nach dem Ausschalten ist der Ofen viel zu heiß. Warten Sie, bis Sie die Wände bequem mit dem Schwamm berühren können.
- Heizstäbe schrubben: Die Heizspirale oben im Ofen nicht nass reiben. Nur vorsichtig mit einem feuchten Tuch abwischen, wenn sie kalt ist.
Extra-Tipps und Varianten
Mit Essig statt Zitrone: Ein Schuss Essig im Wasser wirkt ähnlich. Der Geruch ist beim Erhitzen allerdings stärker, deshalb danach gut lüften.
Die Backofenscheibe: Bei vielen Öfen lässt sich die innere Scheibe herausnehmen. Schauen Sie in die Bedienungsanleitung. Lose Scheiben können Sie in der Spüle mit warmem Spülwasser reinigen.
Bleche und Roste: Diese legen Sie während der Ofenreinigung in die Badewanne oder ein großes Becken mit heißem Spülwasser. Nach einer Stunde Einweichen lässt sich das meiste mit der Spülbürste lösen.
Vorbeugen: Stellen Sie unter saftige Braten oder Aufläufe ein Blech auf die untere Schiene. Es fängt Spritzer und Tropfen auf, bevor sie den Ofenboden erreichen.
Regelmäßigkeit: Wer alle zwei bis drei Wochen nach dem Backen kurz die Zitronenschale in den abkühlenden Ofen stellt, muss nie wieder groß putzen.
So gehen Sie bei einem sehr verschmutzten Ofen vor
Wenn der Ofen schon lange nicht mehr geputzt wurde, planen Sie zwei Durchgänge ein. Beim ersten Mal lösen Sie die obere, weiche Schicht. Danach wischen Sie alles ab, füllen frisches Zitronenwasser in die Form und wiederholen die halbe Stunde im Ofen.
Nach dem zweiten Durchgang sind auch ältere Spritzer meist so weich, dass Sie sie mit der weichen Seite des Schwamms lösen können. Arbeiten Sie dabei von oben nach unten: erst die Decke, dann die Seitenwände, zuletzt den Boden. So tropft gelöster Schmutz nicht auf bereits saubere Flächen.
Für den Boden des Ofens, wo oft übergelaufener Käse oder Zucker klebt, legen Sie für zehn Minuten ein nasses, warmes Tuch darauf. Danach lässt sich die Kruste mit einem Kunststoffschaber vorsichtig abheben. Metallspachtel lassen Sie besser in der Schublade, denn sie hinterlassen Kratzer in der Emaille.
Die Türdichtung wischen Sie nur sanft mit dem Zitronenwasser ab. Sie ist wichtig, damit die Hitze im Ofen bleibt, und sollte nicht gezogen oder geschrubbt werden.
Was die Zitrone im Alltag noch kann
Die ausgekochten Zitronenscheiben müssen Sie nicht sofort wegwerfen. Reiben Sie damit nach dem Ofenputzen noch die Spüle aus Edelstahl ab, das entfernt leichte Kalkflecken. Danach gut nachspülen und trocken reiben.
Auch die Mikrowelle freut sich über die gleiche Behandlung: eine Schüssel Wasser mit Zitronenscheiben, drei Minuten erhitzen, kurz warten und auswischen.
Häufige Fragen
Funktioniert der Trick auch bei Umluft?
Ja, Sie können auch Umluft verwenden. Ober- und Unterhitze ist aber oft etwas besser, weil der Dampf sich ruhiger im Garraum verteilt. Wichtig ist vor allem die moderate Temperatur von 120 bis 150 Grad und die Wartezeit mit geschlossener Tür nach dem Ausschalten.
Kann ich Zitronensaft aus der Flasche nehmen?
Ja, drei bis vier Esslöffel Zitronensaft aus der Flasche funktionieren genauso. Frische Zitronen duften etwas intensiver, und die ausgepressten Hälften kann man gleich mit verwerten. Für das Lösen des Fetts ist vor allem der Wasserdampf entscheidend.
Wie oft sollte ich den Backofen so reinigen?
Wenn Sie viel backen und braten, alle zwei bis vier Wochen. Bei seltener Nutzung genügt es, alle zwei Monate. Je frischer die Spritzer sind, desto leichter gehen sie weg. Ein kurzer Durchgang zwischendurch spart lange Putzaktionen.
Ist der Trick auch für Öfen mit Pyrolyse geeignet?
Öfen mit Pyrolyse-Funktion reinigen sich selbst bei sehr hoher Hitze. Der Zitronentrick schadet ihnen nicht, ist aber meist nicht nötig. Für die Scheibe und die Türdichtung kann er trotzdem praktisch sein. Halten Sie sich an die Hinweise des Herstellers.
Riecht das Essen danach nach Zitrone?
Nein. Der Zitronenduft verfliegt, wenn Sie den Ofen nach dem Putzen offen trocknen lassen. Beim nächsten Backen riecht er höchstens ganz leicht frisch, aber nicht nach Zitrone.
Fazit
Eine Schale Zitronenwasser, eine halbe Stunde Wärme und etwas Geduld ersetzen das mühsame Schrubben. Danach lässt sich der Backofen mit einem einfachen Schwamm sauber wischen, ganz ohne scharfe Sprays.
