Gießen Sie DAS über Ihre Anthurie: Sie blüht ohne Pause

Gießen Sie DAS über Ihre Anthurie: Sie blüht ohne Pause

Das Geheimnis steckt im Kochtopf: Es ist das Kartoffelwasser, also das ungesalzene Wasser, in dem Sie Kartoffeln gekocht haben. Abgekühlt und in kleiner Menge gegossen, ist es ein alter Hausmittel-Trick vieler Hobbygärtnerinnen für eine Anthurie, die wieder kräftig rote Blüten schieben soll.

Statt das Wasser nach dem Abgießen in den Ausguss zu kippen, fangen Sie einfach ein Glas davon auf. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie es richtig vorbereiten, wie viel und wie oft Sie gießen und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

Was Sie brauchen

  • Kochwasser von Kartoffeln, ohne Salz gekocht
  • Ein Glas (etwa 200 ml)
  • Ein feines Sieb
  • Eine Flasche oder Kanne mit Deckel
  • Normales, abgestandenes Gießwasser
  • Ihre Anthurie in einem Topf mit gut durchlässiger Erde

Die Methode Schritt für Schritt

  1. Kartoffeln ohne Salz kochen. Das ist der wichtigste Punkt. Salz schadet den Wurzeln. Wenn Sie für die Familie gesalzene Kartoffeln brauchen, nehmen Sie das Wasser von Pellkartoffeln, die Sie ungesalzen vorkochen, oder salzen Sie erst auf dem Teller.
  2. Wasser auffangen. Beim Abgießen ein Glas des Kochwassers in eine Schüssel laufen lassen. Es ist leicht trüb – das ist die Stärke aus den Kartoffeln.
  3. Vollständig abkühlen lassen. Das Wasser muss Zimmertemperatur haben. Heißes oder warmes Wasser würde die feinen Wurzeln der Anthurie verbrühen.
  4. Durchsieben. Gießen Sie das Wasser durch ein feines Sieb, damit keine Kartoffelstückchen auf die Erde gelangen. Diese würden schimmeln.
  5. Verdünnen. Mischen Sie ein Glas Kartoffelwasser mit einem Glas normalem Gießwasser. Diese Menge reicht für eine Anthurie in einem Topf mit 14 bis 17 cm Durchmesser.
  6. Langsam gießen. Gießen Sie die Mischung langsam rund um die Pflanze auf die Erde, nicht über die Blätter. Gießen Sie nur, wenn die obersten zwei Zentimeter der Erde trocken sind.
  7. Untersetzer leeren. Nach 15 Minuten das Wasser aus dem Untersetzer abgießen. Anthurien vertragen keine nassen Füße.
  8. Rhythmus einhalten. Im Frühling und Sommer alle zwei Wochen, im Herbst und Winter einmal im Monat. Dazwischen ganz normal mit Wasser gießen.

Warum es funktioniert

Beim Kochen gehen Stärke und ein Teil der Mineralstoffe der Kartoffel ins Wasser über, darunter etwas Kalium. Kalium verbinden Gärtner traditionell mit der Blütenbildung – deshalb ist es auch in Blühpflanzendüngern reichlich enthalten.

Die Stärke wiederum dient den Kleinstlebewesen im Boden als Nahrung. Eine belebte Erde ist locker und gibt Nährstoffe besser an die Wurzeln ab. Das Kartoffelwasser ist dabei sanft und kein Ersatz für einen echten Dünger, aber eine kostenlose Ergänzung.

Wer den Trick regelmäßig und maßvoll anwendet, berichtet oft von glänzenden Blättern und neuen roten Hochblättern, die nach und nach erscheinen. Jede Pflanze reagiert anders – wichtig sind dazu immer Licht und richtiges Gießen.

Fehler, die Sie vermeiden sollten

  • Gesalzenes Kochwasser verwenden. Schon wenig Salz kann die Wurzeln schädigen und Blattspitzen braun werden lassen.
  • Warm gießen. Immer erst komplett abkühlen lassen.
  • Zu oft gießen. Mehr hilft nicht mehr. Zu viel Stärke in der Erde kann säuerlich riechen und Trauermücken anlocken.
  • Das Wasser tagelang aufheben. Kartoffelwasser verdirbt schnell. Verwenden Sie es innerhalb von 24 Stunden, im Kühlschrank höchstens zwei Tage.
  • Staunässe. Die meisten Anthurien gehen nicht an Hunger ein, sondern an faulen Wurzeln. Lieber etwas zu trocken als zu nass.

Bonus-Tipps und Varianten

Heller Standort: Ohne Licht keine Blüten. Stellen Sie die Anthurie an ein helles Fenster, aber nicht in die pralle Mittagssonne. Ein Ost- oder Westfenster ist ideal.

Luftfeuchtigkeit im Winter: Die Heizungsluft ist trocken. Stellen Sie den Topf auf einen Untersetzer mit Blähton und etwas Wasser, ohne dass der Topfboden im Wasser steht.

Verblühtes abschneiden: Wird ein rotes Hochblatt grün oder braun, schneiden Sie den Stiel unten ab. So steckt die Pflanze ihre Kraft in neue Blüten.

Blätter abwischen: Staub auf den Blättern nimmt Licht weg. Alle zwei Wochen mit einem weichen, feuchten Tuch abwischen.

Ein einfacher Pflegekalender

Damit Sie den Überblick behalten, verbinden Sie den Trick mit einer festen Gewohnheit. Viele kochen zum Beispiel am Sonntag Kartoffeln: Fangen Sie an jedem zweiten Sonntag im Frühling und Sommer ein Glas Kochwasser auf, im Herbst und Winter nur am ersten Sonntag des Monats.

Notieren Sie das Datum auf einem kleinen Zettel am Topf oder im Handykalender. So vermeiden Sie, aus Versehen zu oft zu gießen. Anthurien lieben Regelmäßigkeit mehr als große Mengen.

Woran Sie eine gesunde Anthurie erkennen

Eine gesunde Anthurie hat dunkelgrüne, glänzende, feste Blätter. Neue Blätter erscheinen eingerollt und entfalten sich langsam. Die roten Hochblätter halten oft viele Wochen, bevor sie grün werden und verblühen.

Werden die Blätter weich und hängen, obwohl die Erde nass ist, gießen Sie zu viel. Sind sie klein und blass, fehlt meist Licht. Zeigen sich braune, trockene Ränder, ist die Luft zu trocken. Das Kartoffelwasser hilft am besten, wenn diese Grundlagen stimmen.

Die richtige Erde

Anthurien wachsen in der Natur oft auf Bäumen und mögen eine lockere, luftige Erde. Ideal ist eine Mischung aus Zimmerpflanzenerde mit etwas Orchideensubstrat oder Pinienrinde. In schwerer, dichter Erde bleiben die Wurzeln zu lange nass. Beim nächsten Umtopfen im Frühjahr lohnt es sich, darauf zu achten.

Anthurien im Winter

Im Winter ist es in vielen Wohnungen dunkler und die Heizungsluft trocken. Stellen Sie die Anthurie an das hellste Fenster, aber nicht direkt an die kalte Scheibe. Halten Sie Abstand zur Heizung und zu kalter Zugluft von der Balkontür. Ideal sind 18 bis 24 °C. Gießen Sie im Winter sparsamer, denn die Pflanze wächst langsamer und braucht weniger Wasser.

Ein kleiner Trick: Gruppieren Sie mehrere Zimmerpflanzen zusammen. Sie erhöhen gemeinsam die Luftfeuchtigkeit in ihrer Umgebung, und die Anthurie fühlt sich wohler. Auch ein Platz im hellen Badezimmer kann im Winter gut passen.

Und denken Sie daran: Jede Pflanze hat ihr eigenes Tempo. Manche Anthurien zeigen schon nach wenigen Wochen neue Blüten, andere brauchen eine ganze Saison. Beobachten Sie Ihre Pflanze, passen Sie Licht und Gießen an, und bleiben Sie beim Rhythmus – Geduld wird meist belohnt.

Häufige Fragen

Kann ich auch Nudelwasser oder Reiswasser nehmen?

Ja, beides wird ähnlich verwendet, solange es ohne Salz gekocht und vollständig abgekühlt ist. Reiswasser ist etwas milder. Wechseln Sie aber nicht ständig zwischen verschiedenen Hausmitteln, sondern bleiben Sie bei einem und beim Rhythmus von zwei Wochen.

Wann sehe ich neue Blüten?

Das hängt von Licht, Jahreszeit und Zustand der Pflanze ab. Im Frühling und Sommer reagiert eine gesunde Anthurie meist schneller. Im Winter wächst sie langsamer. Bleiben Sie geduldig und regelmäßig, dann zeigt sie spätestens im Frühjahr, was sie kann.

Riecht die Erde danach?

Bei richtiger Verdünnung und Menge nicht. Ein säuerlicher Geruch bedeutet, dass zu viel gegossen wurde oder die Erde zu lange nass bleibt. Dann eine Pause einlegen und die Erde gut abtrocknen lassen, bevor Sie wieder gießen.

Funktioniert das auch bei anderen Zimmerpflanzen?

Viele verwenden Kartoffelwasser auch bei Einblatt, Orchideen oder Grünlilien. Die Regeln bleiben gleich: ungesalzen, abgekühlt, verdünnt und nur alle zwei Wochen. Bei Kakteen und Sukkulenten lieber darauf verzichten, sie mögen magere Erde.

Meine Anthurie hat gelbe Blätter – hilft das Kartoffelwasser?

Gelbe Blätter kommen meist von zu viel Wasser oder zu wenig Licht. Prüfen Sie zuerst Wurzeln und Standort. Erst wenn die Pflanze wieder gesund wächst, lohnt sich das Kartoffelwasser als kleine Ergänzung.

Fazit

Ein Glas Kartoffelwasser, das sonst im Ausguss landet, kann Ihrer Anthurie zu neuen Blüten verhelfen. Probieren Sie es beim nächsten Kartoffelkochen aus, bleiben Sie ein paar Wochen dran und erzählen Sie uns dann in den Kommentaren, wie Ihre Pflanze reagiert hat!