Mikrofasertücher riechen muffig? Einweichen in Essigwasser macht sie wieder frisch
Sie nehmen ein Mikrofasertuch aus dem Schrank, und schon steigt Ihnen ein muffiger Geruch in die Nase. Dabei war das Tuch gestern noch sauber. Mikrofasertücher sind praktisch, aber sie behalten Gerüche gern, wenn sie feucht liegen bleiben oder Fett und Waschmittelreste in den Fasern stecken.
Eine einfache Lösung steht vermutlich schon in Ihrer Küche: Essig. Ein kurzes Bad in Wasser mit einem kleinen Schuss Essig macht die Tücher oft wieder frisch, und Weichspüler brauchen Sie dafür nicht. Hier ist die Anleitung.
Was Sie brauchen
- Eine Schüssel oder ein sauberes Waschbecken
- Lauwarmes Wasser, etwa 2 Liter
- Haushaltsessig (5 % Säure), etwa 100 ml, also ein kleines Glas
- Ihre muffigen Mikrofasertücher
- Einen Wäscheständer oder die Heizungsnähe zum Trocknen
- Optional: etwas Waschmittel ohne Weichspüler für die anschließende Wäsche
Wichtig vorab: Nehmen Sie ausschließlich Essig und Wasser. Mischen Sie Essig niemals mit anderen Reinigern, schon gar nicht mit Chlorreiniger oder Bleichmittel. Dabei können giftige Gase entstehen.
Warum Mikrofasertücher überhaupt muffig riechen
Mikrofaser besteht aus sehr feinen Kunstfasern. Die nehmen Schmutz und Fett besonders gut auf, aber auch Feuchtigkeit. Liegt ein Tuch nass zusammengeknüllt im Eimer, vermehren sich Bakterien, und es riecht nach kurzer Zeit muffig.
Hinzu kommt: Weichspüler legt einen Film auf die Fasern. Das Tuch nimmt dann weniger Wasser auf und stinkt schneller. Deshalb gilt für Mikrofaser grundsätzlich: kein Weichspüler, nicht zu heiß waschen, gut trocknen lassen.
Die Methode, Schritt für Schritt
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Tücher grob ausspülen
Spülen Sie die Tücher zuerst unter lauwarmem Wasser aus und wringen Sie sie gut aus. So gehen grober Schmutz und Seifenreste schon einmal raus. Sehr fettige Tücher können Sie mit einem Tropfen Spülmittel durchkneten.
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Essigwasser ansetzen
Füllen Sie die Schüssel mit etwa 2 Litern lauwarmem Wasser. Geben Sie 100 ml Haushaltsessig dazu und rühren Sie kurz um. Das Wasser darf nicht heiß sein, damit die Fasern nicht leiden.
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Tücher einlegen
Legen Sie die Tücher komplett ins Essigwasser und drücken Sie sie unter. Sie sollten ganz bedeckt sein. Kneten Sie sie ein paarmal durch, damit die Lösung in die Fasern kommt.
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Etwa 30 Minuten einweichen
Lassen Sie die Tücher eine halbe Stunde liegen. Bei sehr starkem Geruch dürfen es auch ein bis zwei Stunden sein. Länger als über Nacht sollten sie nicht im Essig bleiben.
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Gründlich ausspülen
Spülen Sie die Tücher danach mehrmals mit klarem, lauwarmem Wasser aus, bis der Essiggeruch weg ist. Wringen Sie sie aus, ohne sie zu stark zu verdrehen.
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Luftig trocknen lassen
Hängen Sie die Tücher auseinandergefaltet auf, am besten an der frischen Luft oder an einem Platz mit Luftzug. Wichtig: Sie müssen ganz trocken sein, bevor sie in den Schrank kommen.
Warum das funktioniert
Essig ist eine milde Säure. Sie löst Kalk und Waschmittelreste aus den Fasern und mindert Gerüche, die durch Bakterien entstehen. Der Essiggeruch selbst verfliegt beim Trocknen vollständig.
Ohne Weichspüler bleiben die Fasern offen. Das Tuch kann wieder Wasser und Schmutz aufnehmen, wie am ersten Tag. Das merken Sie sofort beim Putzen: Der Lappen wischt wieder streifenfrei und saugt kräftig.
Die häufigsten Fehler
- Zu heiß waschen oder trocknen. Bei über 60 Grad können die feinen Fasern verkleben. Im Trockner nur niedrige Temperatur wählen oder lieber an der Luft trocknen.
- Weichspüler benutzen. Er verstopft die Fasern und ist die häufigste Ursache für schlechte Wirkung und Gerüche.
- Zu viel Essig. Mehr ist nicht besser. Zu starker Essig kann Gummibänder und Dichtungen in der Waschmaschine angreifen. Bleiben Sie bei dem Mengenverhältnis aus der Anleitung.
- Feuchte Tücher zusammenlegen. Das ist der Hauptgrund für den muffigen Geruch. Immer ganz trocknen lassen.
- Essig mit anderen Reinigern mischen. Das ist tabu. Verwenden Sie Essig immer allein.
Bonus: So bleiben Mikrofasertücher länger frisch
Waschen Sie Mikrofasertücher getrennt von Baumwollhandtüchern. Sonst setzen sich Flusen in den Fasern fest, und die Tücher nehmen weniger Schmutz auf. Ein kleines Wäschenetz hilft, wenn Sie die Tücher mit anderer Wäsche waschen.
Waschen Sie mit wenig Waschmittel bei 40 bis 60 Grad. Vollwaschmittel ohne Weichspüler und ohne Zusätze ist gut geeignet. Eine zusätzliche Spülung am Ende hilft, Waschmittelreste auszuspülen.
Haben Sie mehrere Tücher für verschiedene Zwecke? Nehmen Sie unterschiedliche Farben: Gelb fürs Bad, Grün für die Küche, Blau für Fenster. So vermeiden Sie, dass fettige Tücher bei den Gläsern landen, und Sie können die Küchentücher häufiger frisch einweichen.
Und noch ein Tipp: Hängen Sie das Putztuch nach dem Gebrauch immer kurz auf. Schon eine Stunde Trocknen am Heizkörper oder an der Wäscheleine verhindert, dass sich Bakterien vermehren. So muffeln die Tücher gar nicht erst.
Was Sie bei hartem Wasser beachten
In Gegenden mit hartem Wasser setzt sich Kalk in den Fasern ab. Die Tücher fühlen sich dann steif an und riechen schneller. Das Essigbad löst den Kalk teilweise, und die Tücher werden wieder weicher, ohne dass Sie Weichspüler brauchen.
Wohnen Sie in einer Region mit sehr hartem Wasser, lohnt sich das Bad etwas häufiger, etwa alle vier bis sechs Wochen. Verwenden Sie dann am Ende der Spülung ruhig etwas mehr klares Wasser, damit nichts im Gewebe zurückbleibt.
Ein kurzer Plan für den Alltag
Damit der Geruch gar nicht erst entsteht, helfen drei Gewohnheiten. Erstens: Tücher nach dem Putzen ausspülen und aufhängen. Zweitens: Einmal pro Woche mit Waschmittel waschen, ohne Weichspüler. Drittens: Nur bei Bedarf ein Essigbad einplanen.
Schreiben Sie sich keinen Zettel dazu. Legen Sie lieber einen Haken neben den Wäscheständer und hängen Sie die Tücher dort immer auf. Wer es sich einfach macht, bleibt dabei. Nach ein paar Wochen ist es zur Gewohnheit geworden, und die Tücher bleiben frisch.
Wann ein Tuch ersetzt werden sollte
Auch die besten Tücher halten nicht ewig. Wenn ein Tuch trotz Behandlung weiter riecht, hart wird oder Fussel verliert, ist es Zeit für ein neues. Meist halten Mikrofasertücher bei guter Pflege mehrere Jahre.
Ein kleines Stück zum Ausprobieren: Tauchen Sie eine Ecke ins Wasser. Perlt das Wasser ab oder zieht es nur langsam ein, sind die Fasern zugesetzt. Dann hilft vielleicht noch das Essigbad, sonst lieber austauschen und das alte Tuch für grobe Arbeiten verwenden.
Häufige Fragen
Bleibt der Essiggeruch im Tuch?
Nein, wenn Sie nach dem Einweichen gründlich mit klarem Wasser spülen und das Tuch ganz trocknen lassen, ist der Geruch verschwunden. Bei Resten hilft eine zusätzliche Spülung oder ein kurzer Waschgang ohne Waschmittel.
Kann ich Essig direkt in die Waschmaschine geben?
Das ist möglich, aber Vorsicht: Zu viel Essig kann Gummidichtungen auf Dauer angreifen. Wenn Sie es nutzen, dann sparsam und nicht regelmäßig. Das Einweichen in der Schüssel ist für Mikrofasertücher die schonendere Methode.
Gilt das auch für farbige Tücher?
Meist ja. Verdünnter Essig schadet den Farben normalerweise nicht. Testen Sie bei neuen, stark gefärbten Tüchern vorher an einer kleinen Stelle, ob Farbe ausblutet. Waschen Sie neue Tücher anfangs separat.
Wie oft sollte ich die Tücher so behandeln?
Nur bei Bedarf, also wenn sie muffig riechen oder weniger saugen. Im normalen Betrieb reicht regelmäßiges Waschen ohne Weichspüler. Ein Essigbad etwa alle ein bis zwei Monate genügt für die meisten Haushalte.
Kann ich stattdessen Zitronensäure nehmen?
Zitronensäure wirkt ähnlich, hat aber eine andere Dosierung. Wenn Sie sich nicht sicher sind, bleiben Sie beim bewährten Haushaltsessig. Mischen Sie auch Zitronensäure niemals mit anderen Reinigern.
Hilft das auch bei Spültüchern aus Baumwolle?
Ja, das Einweichen in Essigwasser kann auch bei Baumwolltüchern helfen. Bei sehr starkem Geruch waschen Sie diese zusätzlich bei 60 Grad. Baumwolle verträgt höhere Temperaturen besser als Mikrofaser.
Frische Tücher ohne viel Aufwand
Ein Bad in Essigwasser kostet nur wenige Cent und etwas Zeit. Danach duften die Tücher neutral und saugen wieder gut.
Probieren Sie es mit Ihrem muffigsten Tuch aus. Wenn es Ihnen gefällt, finden Sie hier bald weitere Haushaltstipps, die ohne teure Mittel auskommen.
