Dunkle Stellen an den Silikonfugen im Bad? Natronpaste und eine weiche Bürste machen sie heller

Dunkle Stellen an den Silikonfugen im Bad? Natronpaste und eine weiche Bürste machen sie heller

Sie duschen, und beim Blick auf die Silikonfuge an der Wanne sehen Sie sie wieder: graue und dunkle Stellen, die sich einfach nicht wegwischen lassen. Im Bad herrscht oft Feuchtigkeit, und Silikon hält Wasser zwar ab, aber Seifenreste und Schmutz bleiben haften.

Bevor Sie die Fuge herausschneiden und neu setzen, probieren Sie diese sanfte Methode aus: eine Paste aus Natron und Wasser und eine weiche Bürste. Sie kostet fast nichts und schont das Material. Allerdings gibt es auch Grenzen, und die nenne ich Ihnen ehrlich.

Was Sie brauchen

  • Natron (Backnatron aus der Drogerie oder dem Supermarkt), 3 bis 4 Esslöffel
  • Etwas Wasser, damit eine streichfähige Paste entsteht
  • Eine weiche Zahnbürste oder eine kleine Fugenbürste mit weichen Borsten
  • Ein Schälchen zum Anrühren und einen kleinen Löffel
  • Ein feuchtes Tuch und ein trockenes Tuch
  • Haushaltspapier zum Abtupfen

Woher die dunklen Stellen kommen

Meist sind es Seifenreste, Hautfett und Kalk, auf denen sich dunkle Beläge ansiedeln. Dort sammelt sich Wasser, und bei wenig Lüftung entstehen Stockflecken. Oberflächlich sitzende Beläge lassen sich mit sanften Mitteln entfernen.

Anders ist es, wenn der Schimmel schon tief im Silikon sitzt. Dann ist die Verfärbung im Material selbst und lässt sich nicht mehr herauswaschen. Dazu mehr im Abschnitt über Grenzen weiter unten.

Die Methode, Schritt für Schritt

  1. Fuge anfeuchten und vorreinigen

    Wischen Sie die Fuge zuerst mit einem feuchten Tuch ab, damit loser Schmutz verschwindet. Trocknen Sie die Stelle danach leicht ab. Die Paste haftet besser auf einer nur leicht feuchten Fläche.

  2. Natronpaste anrühren

    Geben Sie 3 bis 4 Esslöffel Natron in das Schälchen. Fügen Sie tropfenweise Wasser hinzu, bis eine dicke, streichfähige Paste entsteht, ähnlich wie Zahncreme. Sie sollte nicht laufen.

  3. Paste auftragen

    Tragen Sie die Paste mit dem Löffel oder dem Finger auf die dunklen Stellen auf. Decken Sie die Fuge gut ab, etwa einen halben Zentimeter breit. Arbeiten Sie abschnittsweise, damit nichts antrocknet.

  4. Einwirken lassen

    Lassen Sie die Paste 20 bis 30 Minuten einwirken. In dieser Zeit lockert sie Beläge und Seifenreste. Bei hartnäckigen Stellen dürfen es auch bis zu 60 Minuten sein, aber nicht über Nacht.

  5. Mit weicher Bürste sanft schrubben

    Schrubben Sie die Fuge mit kleinen kreisenden Bewegungen entlang der Linie. Üben Sie wenig Druck aus. Eine weiche Bürste genügt, denn Natron wirkt schon durch seine feinen Kristalle.

  6. Abwischen und trocknen

    Wischen Sie die Paste mit einem feuchten Tuch ab, spülen Sie das Tuch mehrfach aus. Anschließend trocknen Sie die Fuge gründlich mit einem trockenen Tuch. Nur eine trockene Fuge bleibt länger sauber.

Warum das funktioniert

Natron ist ein sehr mildes, leicht körniges Mittel. Es löst Seifenreste und Fett und trägt Beläge schonend ab, ohne das Silikon zu zerkratzen oder anzugreifen. Dazu wirkt es leicht geruchsbindend.

Die weiche Bürste bringt die Paste in die feinen Rillen der Fuge. Wichtig ist das Trocknen am Schluss: Ohne Restfeuchte haben Stockflecken viel schlechtere Karten.

Die häufigsten Fehler

  • Harte Bürste oder Scheuerschwamm. Das zerkratzt die Oberfläche. In den Kratzern bleibt Schmutz erst recht hängen.
  • Verschiedene Reiniger mischen. Mischen Sie Natron niemals mit Chlorreiniger oder anderen starken Mitteln. Nutzen Sie es immer allein mit Wasser.
  • Nicht trocknen. Eine nasse Fuge ist ein Magnet für neue Verfärbungen.
  • Zu lange einwirken lassen. Die Paste trocknet an und lässt sich schwer entfernen. Bleiben Sie bei maximal einer Stunde.
  • Zu viel erwarten. Natron entfernt oberflächliche Beläge. Es kann kein Material ersetzen, das schon durchgehend verfärbt ist.

Wo die Methode an ihre Grenzen kommt

Seien wir ehrlich: Ist das Silikon tief schwarz und der Schimmel sitzt im Material, bleibt die Verfärbung oft sichtbar. Dann hilft nur, die alte Fuge herauszuschneiden und neues Sanitärsilikon einzusetzen. Das ist keine Schande, sondern normal nach einigen Jahren.

Auch bei großflächigem Schimmel in Wohnräumen oder bei Menschen mit Atemwegsproblemen sollten Sie sich Rat holen. Tragen Sie bei Putzarbeiten bei Schimmelverdacht Handschuhe und lüften Sie gut.

Bonus: So bleiben die Fugen länger hell

Ziehen Sie nach jeder Dusche kurz mit einem Abzieher oder einem Tuch das Wasser von den Fugen. Das dauert eine halbe Minute und hält den Belag fern. Lüften Sie danach das Bad mit weit geöffnetem Fenster oder einer Lüftungsstufe.

Reinigen Sie die Fugen einmal im Monat mit der Natronpaste. Je regelmäßiger, desto weniger Beläge setzen sich fest. Auch ein Tropfen mildes Spülmittel im Wischwasser hilft gegen Seifenreste.

Achten Sie außerdem darauf, wie oft Sie Duschgel und Seife mit viel Fett verwenden. Flüssigseife ohne Rückfetter hinterlässt weniger Rückstände. Auch Duschvorhänge sollten gewaschen werden, sonst überträgt sich der Belag auf die Fuge.

Ein letzter Hinweis zum Werkzeug: Eine alte Zahnbürste tut es, solange die Borsten weich sind. Spülen Sie sie nach der Arbeit gut aus und nutzen Sie sie nur noch zum Putzen. So haben Sie immer ein passendes Werkzeug für schmale Fugen und Ecken zur Hand.

Richtig lüften, damit nichts nachwächst

Dunkle Stellen kommen fast immer wieder, wenn das Bad dauerhaft feucht bleibt. Lüften Sie nach dem Duschen drei bis fünf Minuten stoßweise, mit weit geöffnetem Fenster. Gekippte Fenster bringen im Winter viel weniger, weil die Luft kaum ausgetauscht wird.

Hat Ihr Bad kein Fenster, lassen Sie den Ventilator etwa 15 Minuten nachlaufen. Lassen Sie Handtücher nicht nass im Bad hängen, sondern nehmen Sie sie zum Trocknen mit. So sinkt die Luftfeuchtigkeit schneller, und die Fugen bleiben länger sauber.

Kleiner Tipp für Mieter: Wenn die Fuge trotz aller Pflege dauerhaft schimmelt, sprechen Sie mit der Vermietung. Fugen gehören zu den Teilen, die gelegentlich erneuert werden müssen, und das ist kein Zeichen mangelnder Sauberkeit.

Auch an anderen Stellen nutzbar

Die gleiche Paste eignet sich für Fugen am Waschbecken, an der Küchenarbeitsplatte oder am Fensterrahmen aus Kunststoff. Testen Sie sie bei empfindlichen Oberflächen wie Naturstein vorher an einer verdeckten Stelle. Bei Marmor oder poliertem Stein kann auch das Natron Spuren hinterlassen.

Auf Fliesenfugen aus Zement funktioniert die Methode ebenfalls, hier bleibt die Paste gern etwas länger. Danach gründlich mit klarem Wasser nachwischen, damit keine weißen Reste bleiben.

Häufige Fragen

Kann ich Natron mit Essig kombinieren?

Das ist nicht nötig und bringt nichts. Beides reagiert miteinander und neutralisiert sich. Außerdem kann Essig bei Naturstein Schäden verursachen. Nehmen Sie Natron allein mit Wasser, das genügt für leichte Beläge.

Wie oft darf ich die Paste benutzen?

Etwa einmal im Monat ist gut. Bei Bedarf können Sie sie auch öfter anwenden, aber schrubben Sie nie mit viel Druck. Das Silikon soll glatt und geschlossen bleiben.

Wird das Silikon dadurch beschädigt?

Bei normaler Anwendung nicht. Natron ist mild, und mit weicher Bürste und wenig Druck bleibt die Oberfläche intakt. Zerkratzte oder rissige Fugen sollten Sie dennoch erneuern.

Und wenn die Stellen nach dem Putzen bleiben?

Dann sitzt die Verfärbung wahrscheinlich im Material. Wiederholen Sie die Behandlung einmal. Hilft das nicht, ist ein Austausch der Fuge sinnvoll. Das gelingt mit einem scharfen Cuttermesser und neuem Sanitärsilikon.

Ist die Paste auch für Kinderbäder geeignet?

Natron ist ein mildes Hausmittel. Trotzdem sollten Kinder und Haustiere beim Putzen nicht im Raum sein. Spülen Sie alle Reste gut ab. Bewahren Sie Natron außer Reichweite von kleinen Kindern auf.

Wie lange dauert das alles?

Mit Anrühren, Einwirken und Abwischen rechnen Sie etwa eine Stunde, davon aber nur zehn Minuten aktive Arbeit. Während die Paste wirkt, können Sie in Ruhe etwas anderes erledigen.

Helle Fugen mit wenig Aufwand

Mit Natron, Wasser und einer weichen Bürste bekommen Sie leichte Verfärbungen oft ohne Chemie weg. Setzen Sie die Methode regelmäßig ein, und Ihr Bad bleibt länger frisch.

Probieren Sie es an einer kleinen Stelle aus und schauen Sie, wie Ihre Fuge reagiert. Hier finden Sie bald weitere Putztipps für Bad und Küche.