Weinkorken übrig? Mit Heißkleber wird daraus ein Untersetzer, den man nicht kaufen muss
In vielen Schubladen liegen sie herum: Weinkorken von gemütlichen Abenden, Geburtstagen und Feiertagen. Wegwerfen mag man sie nicht, aber für etwas Sinnvolles hat man sie auch noch nie benutzt. Dabei steckt in ihnen ein Material, das sich ideal für Küche und Esstisch eignet.
Aus etwa 20 Korken entsteht an einem Nachmittag ein runder Untersetzer für Töpfe, Tassen oder Kerzen. Sie brauchen dafür nur ein Messer, Heißkleber und etwas Geduld. Hier erfahren Sie, wie Sie die Korken schneiden, anordnen und festkleben, damit der Untersetzer lange hält.
Was Sie brauchen
- 20 bis 25 Naturkorken (Kunststoffkorken sind ungeeignet)
- Eine Heißklebepistole mit Klebesticks
- Ein scharfes Messer oder Cuttermesser und ein Brettchen
- Ein Stück Pappe, Filz oder Kork-Unterlage, falls Sie eine Rückseite möchten
- Ein Lineal und einen Bleistift
- Eine Unterlage, die Hitze verträgt, zum Beispiel eine Backmatte
- Schleifpapier für die Kanten, nach Wunsch
Die Methode Schritt für Schritt
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Korken sortieren. Legen Sie alle Korken auf den Tisch und sortieren Sie aus, was krumm, brüchig oder sehr dunkel ist. Naturkorken erkennen Sie an der porigen Oberfläche. Kunststoffkorken schmelzen unter Hitze oder haften schlecht und fliegen deshalb raus.
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Korken der Länge nach halbieren. Legen Sie jeden Korken auf das Brettchen und schneiden Sie ihn mit dem scharfen Messer der Länge nach durch. Halten Sie den Korken dabei von oben fest und führen Sie das Messer weg von den Fingern. Für ein rundes Stück brauchen Sie etwa 40 Hälften.
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Rund anordnen. Legen Sie die Hälften mit der flachen Seite nach unten auf die Unterlage, die Schnittkanten nach außen. Beginnen Sie in der Mitte mit einem Korken und legen Sie Ring für Ring daran an. Ein Durchmesser von etwa 18 Zentimetern ist für Töpfe praktisch.
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Probe legen. Bevor Sie kleben, schieben Sie die Hälften noch einmal hin und her, bis die Lücken klein sind. Kürzere Stücke füllen Zwischenräume. Machen Sie ein Handyfoto, damit Sie nach dem Kleben die Anordnung wiederfinden.
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Mit Heißkleber verbinden. Heizen Sie die Pistole auf und geben Sie einen dünnen Streifen Kleber auf die Seitenfläche eines Korkens. Drücken Sie das Nachbarstück sofort an und halten Sie es zehn Sekunden fest. Arbeiten Sie von der Mitte nach außen, damit die Form rund bleibt.
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Rückseite verstärken. Drehen Sie den Untersetzer um und ziehen Sie auf der Rückseite mehrere Kleberlinien quer über die Fugen. Wer es besonders stabil möchte, klebt eine runde Pappscheibe oder ein Stück Filz darauf. So rutscht nichts, und das Muster hält zusammen.
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Kanten glätten. Fahren Sie mit Schleifpapier über die Außenkante und entfernen Sie überschüssige Kleberfäden. Heißkleber lässt sich nach dem Auskühlen leicht abzupfen. Ein Föhn auf niedriger Stufe hilft, feine Fäden zu schmelzen.
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Aushärten lassen und testen. Lassen Sie den Untersetzer eine Stunde ruhen, bevor Sie etwas darauf stellen. Stellen Sie dann zuerst eine kalte Tasse darauf. Sehr heiße Töpfe direkt vom Herd sind für Heißkleber nicht geeignet, weil er weich werden kann.
Warum das funktioniert
Kork ist ein Naturmaterial mit winzigen luftgefüllten Zellen. Diese Zellen dämmen Wärme, schützen die Tischplatte vor Kratzern und dämpfen das Klirren von Gläsern. Nicht umsonst werden Korkplatten seit Jahrzehnten als Untersetzer verkauft. Sie müssen sie nur nicht kaufen.
Heißkleber eignet sich gut, weil er sofort fest wird und Lücken füllt. Der Untersetzer ist nach wenigen Minuten benutzbar und bekommt durch die Fugen mehr Halt als ein Kleber, der erst über Stunden trocknet. Für feuchte Tassen sind die Fugen später ein Vorteil, denn Wasser läuft ab.
Ein schöner Nebeneffekt: Sie geben Dingen ein zweites Leben, die sonst im Müll landen würden. Korken bestehen aus Rinde der Korkeiche und sind biologisch abbaubar, doch als Untersetzer erfüllen sie über Jahre einen Zweck. Das Basteln ist deshalb nicht nur günstig, sondern auch freundlich zur Umwelt.
Außerdem ist die Arbeit gut planbar. Sie können das ganze Jahr über Korken sammeln und im Winter, wenn man mehr Zeit zu Hause verbringt, eine Serie von Untersetzern anfertigen. Ein Satz aus vier bis sechs Stück ist ein beliebtes Geschenk zum Einzug oder zu Weihnachten.
Die häufigsten Fehler
Zu viel Kleber ist der häufigste Fehler. Er quillt zwischen den Korken hervor und bildet unschöne Fäden. Weniger ist mehr: ein dünner Strang genügt. Auch zu heiße Pistolen können den Kork leicht verfärben. Lassen Sie sie nicht zu lange laufen.
Viele unterschätzen die Schnittgefahr. Rutscht das Messer ab, ist der Finger schnell verletzt. Wer unsicher ist, weicht die Korken zehn Minuten in heißem Wasser ein, danach lassen sie sich leichter schneiden. Sie müssen aber komplett trocknen, bevor sie geklebt werden.
Ein weiterer Fehler: den Untersetzer sofort für heiße Töpfe zu verwenden. Heißkleber ist bis etwa 100 Grad stabil. Stellen Sie direkt vom Herd nur Dinge darauf, die kaum heißer sind, oder nehmen Sie lieber einen Hitzeschutz darunter. Für Tassen und Kerzenhalter ist er bestens.
Planen Sie außerdem genug Platz ein. Heißkleber spritzt gelegentlich, und Fäden landen schnell auf dem Tisch. Eine Backmatte oder ein altes Brett als Unterlage schützt die Tischplatte. Halten Sie ein Glas kaltes Wasser bereit, falls Sie sich einmal an der heißen Düse verbrennen, und kühlen Sie die Stelle sofort.
Bonus-Tipps und Varianten
Wer Farbe mag, taucht einzelne Korken vor dem Schneiden in Lebensmittelfarbe oder bemalt die Schnittflächen mit wasserfester Farbe. Mit dunklen und hellen Hälften entstehen Muster wie Schachbrett oder Sonne. Auch ein Rechteck als Topfuntersetzer oder ein Herz zum Verschenken ist möglich.
Aus ganzen Korken lassen sich auch Pinnwände, Schlüsselbretter oder Kerzenhalter bauen. Der Untersetzer eignet sich als Geschenk, hübsch verpackt mit einer Schleife aus Juteband. Zu Weihnachten gefällt er besonders mit einer Tasse Tee und einer kleinen Karte dazu.
Zum Reinigen genügt ein feuchtes Tuch. Legen Sie den Untersetzer nie ins Spülwasser, denn die Klebstellen würden aufweichen. Flecken können Sie vorsichtig mit einem trockenen Radiergummi oder feinem Schleifpapier abreiben.
Eine Variante für Kerzen: Kleben Sie einen kleinen Kranz aus Korken um ein Teelicht-Glas, damit der Tisch nicht warm wird. Nehmen Sie dafür nur feuerfeste Gläser und lassen Sie die Flamme nie in die Nähe des Korks reichen. Besser sind LED-Kerzen, wenn Sie den Kranz dauerhaft nutzen.
Häufige Fragen
Wie viele Korken brauche ich für einen Untersetzer?
Für einen runden Untersetzer von etwa 18 Zentimetern brauchen Sie ungefähr 20 bis 25 ganze Korken, also 40 bis 50 Hälften. Für einen kleinen Tassenuntersetzer reichen 8 bis 10 Korken. Besser sammeln Sie ein paar mehr, falls Stücke brechen.
Kann ich auch Kunststoffkorken verwenden?
Besser nicht. Kunststoffkorken haben eine glatte Oberfläche, an der Heißkleber schlecht haftet. Außerdem können sie bei Hitze verformen. Naturkorken sind porös, nehmen den Kleber gut auf und sind leichter zu schneiden.
Ist Heißkleber für den Tisch unbedenklich?
Ja, sofern Sie ihn nur für Dekorationen und Untersetzer nutzen. Er bleibt nach dem Aushärten fest und ist nicht gedacht für Kontakt mit Lebensmitteln. Stellen Sie deshalb keine ungeschützten Speisen darauf, sondern Tassen, Töpfe oder Kerzen.
Wie verhindere ich, dass der Untersetzer zerfällt?
Verstärken Sie die Rückseite mit einer Scheibe aus Pappe oder Filz und kleben Sie alle Fugen. Achten Sie darauf, dass die Hälften fest aneinander gepresst werden, solange der Kleber noch warm ist. Dann hält der Untersetzer jahrelang.
Kann ich auch eine Klebstoffalternative nehmen?
Ja, etwa Holzleim oder Alleskleber. Sie brauchen jedoch länger zum Trocknen und lassen sich schwerer korrigieren. Heißkleber ist schnell, günstig und für Kork gut geeignet, deshalb ist er für diese Arbeit die erste Wahl.
Aus einer Schublade voller Korken wird mit Messer und Heißkleber ein schöner, nützlicher Untersetzer. Er kostet fast nichts und macht jeden Tisch gemütlicher.
