Waschmaschine riecht muffig? Natron und ein heißer Leerwaschgang bringen den frischen Geruch zurück
Sie öffnen die Waschmaschine, und Ihnen schlägt ein muffiger Geruch entgegen. Die Wäsche riecht nach dem Waschen nicht mehr richtig frisch, obwohl Sie das gleiche Waschmittel benutzen wie immer. Das kennen viele Haushalte, besonders im Herbst und Winter, wenn die Tür zwischen den Wäschen oft geschlossen bleibt.
Die gute Nachricht: Meist braucht es keinen Spezialreiniger. Natron und ein heißer Leerwaschgang bei 60 Grad lösen die Ablagerungen in der Trommel und im Laugenbehälter. Dazu kommt ein wichtiger Handgriff an der Gummidichtung. In dieser Anleitung zeige ich Ihnen, wie das in einer knappen Stunde erledigt ist.
Was Sie brauchen
- 3 bis 4 Esslöffel Natron (Backnatron, kein Backpulver)
- Ein weiches Mikrofasertuch oder einen alten Waschlappen
- Warmes Wasser mit einem Spritzer Spülmittel in einer Schüssel
- Eine alte weiche Zahnbürste für die Falten der Dichtung
- Ein trockenes Tuch zum Nachwischen
- Eine kleine Schale für das Natron
Die Methode Schritt für Schritt
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Trommel leer machen. Nehmen Sie alle Wäschestücke heraus und kontrollieren Sie, ob zwischen Dichtung und Trommel noch eine Socke oder ein Taschentuch steckt. Der Leerwaschgang funktioniert nur ohne Wäsche richtig.
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Dichtung auswischen. Ziehen Sie die Gummimanschette an der Tür vorsichtig auseinander. In den Falten sammeln sich Flusen, Haare und ein grauer, schmieriger Belag. Wischen Sie alles mit dem Tuch und dem Spülwasser sauber, an engen Stellen hilft die Zahnbürste.
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Natron einfüllen. Geben Sie 3 bis 4 Esslöffel Natron direkt in die leere Trommel. Wer möchte, kann einen Esslöffel zusätzlich ins Waschmittelfach streuen. Das Natron bindet Gerüche und löst Fettreste aus der Lauge.
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Heiß waschen. Stellen Sie ein Programm mit 60 Grad ein, am besten das Pflegeprogramm oder ein Baumwollprogramm. Starten Sie es ohne Wäsche und ohne zusätzliches Waschmittel. Bei vielen Geräten dauert das ein bis zwei Stunden.
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Während des Waschgangs Fach reinigen. Ziehen Sie die Einspülschublade heraus, wenn Ihr Modell das erlaubt. Spülen Sie sie unter warmem Wasser ab und bürsten Sie Ecken und Rillen aus. Auch hinter der Schublade sammelt sich oft Schmutz.
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Tür und Dichtung trocknen. Nach dem Programm wischen Sie die Gummidichtung und die Glastür mit dem trockenen Tuch ab. Lassen Sie die Tür danach angelehnt, damit Luft hineinkommt.
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Flusensieb kontrollieren. Wenn Ihr Gerät ein Flusensieb hat, schauen Sie nach. Stellen Sie eine flache Schale unter, öffnen Sie langsam und entfernen Sie Münzen, Haare und Schmutz.
Warum das funktioniert
Der muffige Geruch entsteht selten in der Wäsche selbst. Er sitzt in einem dünnen Film aus Waschmittelresten, Hautfett und Flusen, der sich an der Trommel, am Laugenbehälter und an der Dichtung festsetzt. In der feuchten Wärme fühlen sich Bakterien und Schimmelsporen dort wohl.
Natron ist ein mildes Salz, das Gerüche neutralisiert und Fettfilme leicht löst. Zusammen mit 60 Grad Wassertemperatur löst sich der Belag von den Wänden und wird abgepumpt. Die Dichtung ist die Stelle, an der es am häufigsten muffig riecht, deshalb ist das Auswischen so wichtig.
Noch ein Grund für den Geruch: Viele waschen heute bei 30 oder 40 Grad mit Flüssigwaschmittel. Das spart Strom, lässt aber Rückstände zurück. Ein heißer Waschgang im Monat gleicht das wieder aus.
Die häufigsten Fehler
- Natron und Essig mischen. Beides zusammen schäumt stark und neutralisiert sich gegenseitig. Nehmen Sie nur eines von beiden pro Waschgang.
- Backpulver statt Natron. Backpulver enthält Stärke und Säuerungsmittel und eignet sich nicht für diesen Zweck.
- Tür sofort schließen. Wer die Tür nach dem Waschen zudrückt, hält die Feuchtigkeit im Gerät. Der Geruch kommt dann schnell wieder.
- Zu viel Waschmittel. Mehr Waschmittel heißt nicht sauberer. Der Überschuss bleibt als Film in der Maschine.
- Dichtung vergessen. Wer nur die Trommel reinigt und die Gummimanschette auslässt, bekämpft nur die Hälfte des Problems.
- Waschgang mit Wäsche. Der Leerwaschgang soll wirklich leer sein, sonst verteilt sich der Schmutz auf Ihre Kleidung.
Bonus-Tipps und Varianten
Lassen Sie nach jedem Waschen die Tür und die Einspülschublade offen stehen. Schon eine Stunde Durchlüften macht einen großen Unterschied, und es kostet nichts.
Waschen Sie mindestens einmal im Monat Handtücher oder Bettwäsche bei 60 Grad. Dann erledigt sich ein Teil der Pflege nebenbei. Wer viel kühl wäscht, plant den Leerwaschgang besser alle vier Wochen fest ein, zum Beispiel am ersten Samstag im Monat.
Bei hartem Wasser hilft es, die Dosierung des Waschmittels nach der Wasserhärte zu richten. Die Angaben finden Sie auf Ihrer Wasserrechnung oder beim Wasserversorger. Ein Entkalker für Waschmaschinen kann ab und zu sinnvoll sein, soll aber nie zusammen mit Natron im gleichen Gang laufen.
Sehr stark riechende Wäsche, etwa nach dem Sport, wirkt oft schon besser, wenn sie nicht lange feucht im Korb liegt. Waschen Sie sie möglichst am gleichen Tag oder lassen Sie sie vorher an der Luft trocknen.
So bleibt die Maschine dauerhaft frisch
Kleine Gewohnheiten sparen später viel Arbeit. Nehmen Sie die Wäsche direkt nach dem Waschgang heraus und lassen Sie sie nicht stundenlang in der feuchten Trommel liegen. Dort entsteht der Geruch besonders schnell, und er zieht in den Stoff.
Dosieren Sie das Waschmittel nach der Verschmutzung und nach der Wasserhärte, nicht nach Gefühl. Bei leicht verschmutzter Wäsche reicht oft die Hälfte der Menge, die auf der Packung für normale Wäsche steht. Das schont Maschine, Wäsche und Geldbeutel.
Wer ein Pulverwaschmittel mit Bleichmittel benutzt, hat einen Vorteil bei 60 Grad: Es hält die Trommel länger sauber. Flüssigwaschmittel und Feinwaschmittel enthalten das nicht, deshalb setzt sich dort mehr Belag ab. Ein monatlicher Heißwaschgang gleicht das aus.
Prüfen Sie ab und zu auch den Ablaufschlauch und den Standort der Maschine. Steht sie schief, bleibt Restwasser im Gerät, und Restwasser ist die Hauptursache für schlechte Gerüche. Eine Wasserwaage und die Stellfüße lösen das Problem in wenigen Minuten.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich die Waschmaschine so reinigen?
Einmal im Monat ist ein guter Rhythmus, wenn Sie meist bei 30 oder 40 Grad waschen. Wer regelmäßig heiß wäscht, kommt mit einer Reinigung alle zwei bis drei Monate aus. Die Dichtung wischen Sie am besten jede Woche kurz mit einem Tuch ab.
Kann ich statt Natron auch Essig nehmen?
Essig wird oft genannt, kann aber Gummidichtungen auf Dauer angreifen. Natron ist schonender. Wenn Sie Essig doch ausprobieren möchten, benutzen Sie ihn nie im gleichen Gang wie Natron und lesen Sie vorher die Hinweise des Geräteherstellers.
Mein Gerät hat kein 60-Grad-Programm. Was nun?
Nehmen Sie das heißeste Programm, das Ihre Maschine bietet, meistens 40 oder 90 Grad. Bei 90 Grad sollten Sie in der Anleitung prüfen, ob das für Ihr Modell empfohlen wird. Auch ein 40-Grad-Gang mit Natron löst schon einen Teil der Ablagerungen.
Der Geruch kommt nach ein paar Tagen wieder. Woran liegt das?
Meist bleibt die Tür zu und die Dichtung ist feucht. Lassen Sie Tür und Schublade nach jedem Waschen offen und wischen Sie die Gummimanschette trocken. Prüfen Sie außerdem das Flusensieb und den Ablaufschlauch, denn dort bleibt manchmal Wasser stehen.
Ist Natron für jede Waschmaschine geeignet?
In den üblichen Mengen von wenigen Esslöffeln ist Natron für Haushaltsgeräte gut verträglich. Schauen Sie trotzdem kurz in die Gebrauchsanleitung Ihres Geräts. Bei Unsicherheit fragen Sie den Kundendienst des Herstellers.
Muss ich zusätzlich Waschmittel in den Leerwaschgang geben?
Nein. Das Natron übernimmt die Arbeit, zusätzliches Waschmittel würde nur mehr Schaum und neue Rückstände bringen. Lassen Sie das Waschmittelfach beim Leerwaschgang leer oder geben Sie dort höchstens einen Löffel Natron hinein.
Fazit
Ein Löffel Natron, ein heißer Leerwaschgang und ein paar Minuten an der Gummidichtung reichen oft, damit die Waschmaschine wieder frisch riecht. Mit offener Tür nach jeder Wäsche bleibt das auch so.
